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Recht, logisch!

Johanna Weilguni

Johanna Weilguni
© Privat











JOHANNA WEILGUNI,
Expertin für Verwaltungsstrafrecht, gehört zur
neuen Generation von MANZ-Autoren – sie
geht so ziemlich alles im Leben mit viel
Elan und Zielstrebigkeit an.


Es gibt Menschen, die beeindrucken bereits beim ersten Telefonat durch ihre Unmittelbarkeit. Nein, sie sei in den nächsten drei Wochen leider ganz sicher nicht in Wien, aber sie könne schauen, ob sich irgendetwas arrangieren
lasse. Keine zehn Minuten später: „Ja, alles erledigt. Ich werde da sein, überhaupt kein Problem, mit dem Zug sind es ja nur 90 Minuten aus Linz.“ Zwei Telefonate reichen, um die Dynamik von Johanna Weilguni zu erkennen. Sie ist 37 Jahre alt, gehört seit 2008 zur MANZ-Autorenriege und hat als Co-Autorin von Peter Lewisch und Mathis Fister den Kommentar zum Verwaltungsstrafrecht bei MANZ übernommen, der bald in zweiter Auflage erscheinen wird. „Die Arbeit an diesem Buch ist für mich eine willkommene Abwechslung“, sagt sie. Derzeit ist Johanna Weilguni nämlich in Karenz – ihr Sohn ist gerade einmal ein halbes Jahr, ihre Tochter feiert im Mai ihren dritten Geburtstag –, doch auch im Herbst, wenn sie wieder zurück im Verfassungsdienst des Landes Oberösterreich sein wird, bleibt ihre Publikationstätigkeit eine willkommene Nebenbeschäftigung, „weil ich auf diese Weise der Wissenschaft treu bleibe“, sagt sie.

Johanna Weilguni, Jahrgang 1980, ist Oberösterreicherin durch und durch. Sie und ihre Schwester sind am Stadtrand von Linz aufgewachsen. Ihr Vater war Prokurist, ihre Mutter im Sozialbereich engagiert. Johannas Lieblingsfächer in der Schule waren Geschichte und Mathematik, ihre Freizeit verbrachte sie in der Schwimmhalle. Weil sie ursprünglich Anwältin werden wollte, inskribierte sie Jus in Linz, ihre Vorliebe galt vom ersten Semester an dem öffentlichen Recht, sagt sie und vergleicht das Lösen juristischer Fälle mit Kreuzworträtseln. Ihre Gabe zur unerbittlichen Logik blieb ihren Lehrern nicht verborgen. Andreas Janko machte sie nach ein paar Semestern zur Studienassistentin, 2003 begann sie ihre Dissertation zum Thema „Abgekürzte Verfahren im Verwaltungsstrafrecht“.

Doch dann wurde sie vom Verfassungsrechtler Peter Oberndorfer entdeckt, der ihre eine Stelle als wissenschaftliche Assistentin anbot. „Er war ein fordernder, zugleich aber auch fördernder Vorgesetzter, ich hätte mir keinen besseren vorstellen können“, sagt sie rückblickend. Oberndorfer, unter anderem Spezialist im Gemeinderecht, konnte Weilguni für die Mitarbeit an diversen Publikationsprojekten gewinnen und legte ihr immer wieder nahe, ein Jahr am Verfassungsgerichtshof in Wien einzulegen.

2008 war es dann soweit. Weilguni ging nach Wien. „Es war eine arbeitsintensive und lehrreiche Zeit, die ich extrem genossen habe, aber mir war immer klar, dass ich zurück nach Oberösterreich will“, resümiert sie. 2010 kehrte sie an die Uni Linz zurück, lehnte dann aber ein Anbot für eine Habilitation ab und entschloss sich für den Oberösterreichischen Landesdienst. Zunächst als wissenschaftliche Mitarbeiterin am oberösterreichischen
Verwaltungssenat. „Irgendwann wollte ich ein unbefristetes Dienstverhältnis“, sagt sie.

Nach ihrer Tätigkeit am Oberösterreichischen Verwaltungssenat und zuletzt aushilfsweise einige Monate an der Bezirkshauptmannschaft ist Weilguni im Verfassungsdienst des Landes Oberösterreich tätig. Sie mag diesen Job und versteht es als ihre Aufgabe, gegebenenfalls auch für die Politik „unerfreuliche“ Ergebnisse offenzulegen.

Jedenfalls wird sie im September wieder in den Landesdienst zurückkehren – und ihr Mann, der Richter ist, wird in Karenz gehen, das ist alles schon detailliert geplant. Und klappt auch wunderbar, sagt Weilguni, weil sie und ihr Mann schon viele Phasen hinter sich haben. Studentenzeit, Fernbeziehung in der Zeit am Verfassungsgericht, Hausbau und die diversen Karrieresprünge. „Unsere Eltern helfen uns derzeit sehr mit den Kindern und spielen Feuerwehr“, sagt Weilguni ehrlich. Sie genießt die Karenz, freut sich aber auch schon wieder sehr auf ihren Beruf. Wofür sonst noch Zeit bleibt: Fürs Radeln, Laufen und Langlaufen (das Schwimmen hat sie komplett aufgegeben) und Krimis. „Die großen Reisen haben wir schon vor den Kindern absolviert.“ Es fehle ihr nichts zum Glück, sagt sie – und es klingt logisch und glaubwürdig.


Karin Pollack

 
  • Peter Lewisch; Mathis Fister; Johanna Weilguni

    VStG Verwaltungsstrafgesetz

    MANZ Verlag Wien
    ISBN: 978-3-214-01162-8 - Fester Einband
    480 Seiten, 2. Auflage, 2017
    104,00 EUR inkl. MwSt.
    Ca. Preis, erscheint im Juni - wir liefern sofort nach Einlangen!
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