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Ein Wiener in Tirol

Alexander Schopper

Alexander Schopper

© Privat












ALEXANDER SCHOPPER,
leitet das Institut für Unternehmens- und Steuerrecht
an der Universität Innsbruck –
der gebürtige Wiener könnte nicht glücklicher als in Innsbruck sein.



Das Zimmer 0057 im alten Hauptgebäude der Universität Innsbruck ist geräumig und hat zwei riesige runde Fenster, die den Blick auf die Spitze des Patscherkofels freigeben. „Es ist eine große Ehre für mich, hier im ehemaligen Zimmer von Franz Gschnitzer mein Büro zu haben“, sagt Alexander Schopper und spielt ein klein wenig auf den berühmten Tiroler Juristen und seine Rolle als Wiener in Innsbruck an. Seit 2011 ist er Inhaber eines Lehrstuhls für Unternehmensrecht am Institut für Unternehmens- und Steuerrecht und dafür mit seiner Frau, einer ursprünglich ebenfalls Wiener Richterin, in den Westen Österreichs übersiedelt. Seine beiden Töchter sind in Innsbruck geboren. „Beide sprechen Tirolerisch“, lacht er. Und ja, er und seine Frau fühlen sich hier sehr wohl, so wohl, dass sie sich gerade in Igls niedergelassen haben. Das Haus liegt im Mittelgebirge über der Schischanze.

Apropos: Sportrecht ist einer der Schwerpunkte, die Alexander Schopper in den letzten Jahren als Doktorandenkolleg an der Uni Innsbruck initiiert hat. „Die Universität Innsbruck auch in rechtlichen Fragen zum Sportrecht zu verankern, lag auf der Hand“, sagt er und nennt Bergsport, Schitourismus, Haftungsfragen, Profisport, aber auch Vereinsrecht als Beispiele. Es gibt bereits zehn Absolventen mit dieser Expertise. „Sportrecht ist Querschnittsmaterie, das war die Herausforderung“, sagt er. 

Als Jurist und Wissenschaftler beschäftigt Schopper sich allerdings in erster Linie mit Unternehmensrecht in sämtlichen Facetten – demnächst erscheint bei MANZ sein Kommentar zum Vereinsgesetz, den er zusammen mit Arthur Weilinger herausgeben wird. 

„Je länger ich mich mit der Juristerei beschäftige, umso größer wird meine Begeisterung“, sagt er und lässt seine juristische Laufbahn Revue passieren. Alexander Schopper, geboren 1976 in Wien, kommt aus einer Ärztefamilie, wuchs mit einer jüngeren Schwester in Mauer bei Wien auf und absolvierte das Gymnasium in der Wenzgasse im 13. Bezirk. Deutsch, Philosophie und Psychologie waren seine Lieblingsfächer. Doch als insgesamt fünf seiner Mitschüler nach der Matura 1994 in Wien an der rechtswissenschaftlichen Fakultät inskribierten, schloss er sich dieser Freundesgruppe an. Im ersten Jahr eher lustlos. „In der Klausur zum Römischen Recht hatte ich null Punkte“, erinnert er sich. Doch irgendwann habe er dann kapiert, dass es im Recht nicht ums Philosophieren geht. Von dem Moment an ging es bergauf. Prägend wurde ein Studienaufenthalt in Brüssel, „das hat mich selbständig gemacht.“ Er absolvierte seine Prüfungen schließlich so brillant, dass er ein Angebot von Franz Bydlinski bekam, als Assistent am Institut für Bürgerliches Recht zu beginnen. Nahezu parallel bekam er eine zweite Halbtagesstelle am Institut für Recht der Wirtschaft bei Arthur Weilinger. Dort schrieb er ab 1999 seine Dissertation zum „Wertpapierhandel im Internet“. 

 „Ich unterrichte gerne und mochte die Arbeit mit den Studierenden vom ersten Tag an“, sagt er. 2008 habilitierte er sich mit dem Thema „Nachvertragliche Pflichten“, ein Thema, das in Österreich bis zu diesem Zeitpunkt juristisch kaum aufbereitet war und zu seinem ersten Buch wurde, das bei MANZ erschien.

Als an der Uni Wien 2008 sein zeitlich begrenzter Vertrag auslief, wechselte er die Seiten. Er hatte schon während seiner Assistentenzeit Kontakte zur Wirtschaftskanzlei Dorda geknüpft und im Rahmen von Projekten zusammengearbeitet. 2008 stieg er voll ins Anwaltsgeschäft ein, „mir hat das viel Spaß gemacht, aber ich habe von Anfang an klargestellt, dass ich eigentlich eine Professur anstrebe“, präzisiert er. Neben seiner anwaltlichen Tätigkeit begann er, sich zu bewerben.

2011 schließlich bekam er den Ruf an die Universität Innsbruck und übersiedelte zusammen mit seiner Frau dorthin. Als ehemaliger Langstreckenläufer hat er sich an seine Umgebung angepasst. Er wandert gerne, fährt im Winter mit der Familie oft und viel Schi. Ganz besonders gerne macht er Schitouren – und zwar abends. Rund um Innsbruck hat im Winter jeden Tag abends irgendwo eine Schihütte offen. „Da geht man im Dunklen dann mit den Tourenschiern rauf, isst und trinkt etwas und fährt dann mit der Stirnlampe auf der Piste wieder runter, das ist klass“, sagt er, allerdings noch ohne das harte Tiroler „k“. Wenn seine Töchter, heute vier und sechs, groß sind, wird er vielleicht auch das können – nach Wien zieht es ihn jedenfalls gar nicht zurück
 

Karin Pollack