Vorrang für Nachhaltigkeit
„Unternehmerische Anstrengungen für resiliente Lieferketten, Nachhaltigkeit und Dekarbonisierung rechnen sich auch unabhängig von zwingenden Gesetzen“, so Christian Richter-Schöller. Er unterstützt dabei als Rechtsanwalt, NIU-Redakteur und Buchautor.
Das Gespräch mit Christian Richter-Schöller findet im Intercity statt, am Weg von Wien nach Salzburg, wo sich einer der sechs Standorte von Schiefer Rechtsanwälte befindet. Während die herbstlich bunte Landschaft am Fenster vorbeizieht, erklärt der Kanzleipartner, weshalb die grüne Transformation für ihn eine Herzensangelegenheit ist.
„Zwei Wochen nach der Geburt meines ersten Kindes habe ich begonnen, mich mit dem Thema zu beschäftigen“, erzählt er. Im Sommer 2025 stieg Richter-Schöller dann als Partner bei Schiefer Rechtsanwälte ein. Seine Aufgabe: Aufbau und Leitung eines neuen Kompetenzzentrums für Lieferketten, Dekarbonisierung und grüne Finanzierung. Sein Team besteht zurzeit aus zehn Personen an den Standorten Wien, Linz und Salzburg.
Traumberuf: Rechtsanwalt
Richter-Schöllers beruflicher Weg war immer schon vorgezeichnet. „Seit ich sieben Jahre alt bin, wollte ich Rechtsanwalt werden.“ Die Rolle des werteorientierten und engagierten Advokaten verkörpert der 39-Jährige authentisch und glaubwürdig.
„Mit 20 war ich mit dem Studium fertig und wollte einen anderen Blickwinkel gewinnen“, erinnert er sich. Unter anderem arbeitete er als Unternehmensberater im Bankenbereich. „Dadurch erwachte mein Interesse am Finanzmarkt.“ Über das Thema der grünen Finanzierungen beschäftigt ihn dieser bis heute.
Darüber hinaus berät der Rechtsanwalt zu resilienten Lieferketten, Dekarbonisierung und Kreislaufwirtschaft. An seiner neuen Wirkungsstätte schätzt er eine Unternehmenskultur, die rechtliche Anforderungen nicht nur als Pflichtübung, sondern als Möglichkeitsraum versteht.
„Ich habe das Gefühl, dass ich etwas bewirken kann. Wir stehen hier alle voll hinter diesen Themen“, sagt Richter-Schöller. Nicht zufällig zähle Schiefer Rechtsanwälte zu den wenigen Kanzleien in Österreich, die einen freiwilligen Nachhaltigkeitsbericht erstellen.
„Jetzt öffnet sich das Zeitfenster für neue, innovative Lösungen bei der Beschaffung. Günstig können wir uns nicht mehr leisten.“
CHRISTIAN RICHTER-SCHÖLLER
Resilient und Regional
„Bei den Bemühungen um Kreislaufwirtschaft oder um resiliente Lieferketten geht es letztlich nicht um Ideologie, sondern um das Zusammenspiel von Ökologie und Ökonomie“, ist der Transformationsexperte überzeugt. Seine Mandanten, die zu einem großen Teil dem öffentlichen Bereich entstammen, hätten dies längst erkannt.
Regionale Lieferketten seien resilienter gegenüber Disruptionen. Grüne Kredite wiederum schaffen eine Win-win-Situation für Banken und Kreditnehmer und bilden damit in Zukunft einen wachsenden Markt. „In diesen und anderen Bereichen bieten wir unseren Klienten strategische Beratung. Es geht eben nicht darum, Listen abzuhaken, sondern Chancen zu nutzen.“
Ob Rüstungsbeschaffung oder kritische Infrastruktur – im täglichen Nachrichtengeschehen zeigt sich die Notwendigkeit resilienter und autarker Wertschöpfungsketten. „Das Geld für die öffentliche Beschaffung entstammt den Steuern der Allgemeinheit. Es ließe sich schwer argumentieren, wenn dafür zum Beispiel laufend billiger, CO2-intensiver Stahl aus Drittländern importiert wird.“ Die Kosten würden am Ende wir alle zahlen.
„Jetzt öffnet sich das Zeitfenster für neue, innovative, grüne und soziale Lösungsansätze“, ist Richter-Schöller überzeugt. „Günstig können wir uns in Zukunft nicht mehr leisten.“
Grüne Werke in MANZ-Rot
Auch als Autor beschäftigt sich Richter-Schöller mit den „Lieferketten“ – so der Titel des unter anderem von ihm herausgegebenen Praxishandbuchs für Unternehmen, Jurist:innen, ESG-Expert:innen und Compliance-Verantwortliche. Das interdisziplinär angelegte Werk ist soeben bei MANZ erschienen. „Darin finden sich zahlreiche Best-Practice-Beispiele und ein großes Interview zur Umsetzung von Lieferketten-Regelungen im Unternehmen.“
Die Themen der grünen Transformation sprechen eben nicht nur die Juristenzunft an. Richter-Schöller zählt daher auch zu den Gründungsvätern (und -müttern) des MANZ-Angebots „NIU – Nachhaltigkeit im Unternehmen“.
Bei der Nacht der MANZ-Autor:innen wurde die Nachhaltigkeitsplattform mit einem der Autorenpreise bedacht. „Ein klares Statement, das zeigt, dass der Verlag weiterhin auf Innovation setzt.“
Sämtliche Titel von Christian Richter-Schöller können Sie im MANZ Webshop bestellen.
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