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MANZ-Lehrgang: Vom Fehlverhalten zur Fairness am Arbeitsplatz

Die Meldungen zu „Fehlverhalten am Arbeitsplatz“ nehmen zu, die diesbezügliche Sensibilität in den Unternehmen ist im Steigen. Das notwendige Rüstzeug vermittelt ein gleichnamiger Online-Lehrgang.
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Redaktion
Reinhard Ebner
Datum
03. August 2026

Die Zahl der Meldungen rund um Fehlverhalten am Arbeitsplatz steigt. Doch das ist eigentlich eine positive Entwicklung, meint Katja Schrank: „Ich denke nicht, dass die Fälle an sich häufiger werden. Das Problembewusstsein in den Unternehmen diesbezüglich ist einfach größer“, so die selbstständige Forensic-Investigation-Spezialistin.

Spezialisiert hat sie sich auf „Workplace Misconduct Investigations“. Sie begleitet Unternehmen bei der Aufarbeitung vermuteter Fälle von Machtmissbrauch, Mobbing und sexueller Belästigung. Bis heute arbeitet sie dabei gelegentlich mit ihrem ehemaligen Kollegen Patrick Göschl zusammen, der das Team für forensische Sonderuntersuchungen bei PwC Österreich leitet.

„Der Lehrgang richtet sich an Verantwortungsträger:innen in den Bereichen Recht, HR, Compliance und EDI wie auch an Mitglieder von Betriebsräten.“  

PATRICK GÖSCHL, PWC ÖSTERREICH

Für Betriebsrat, EDI-Verantwortliche & Co.

Die Initiative zum Online-Lehrgang „Fehlverhalten am Arbeitsplatz“ kam von Göschl. Als Co-Lehrgangsleiterin und Vortragende der Premiere im Jahr 2025 holte er seine damalige Kollegin an Bord.

„Mit dem Lehrgang wollen wir die notwendigen Werkzeuge und Kenntnisse liefern, um unethisches Verhalten frühzeitig zu identifizieren und effektiv zu adressieren“, erzählt er. „Teilnehmende erfahren, wie sie durch gezielte Aufklärung ein respektvolles und produktives Arbeitsumfeld fördern und Konflikten vorbeugen können.“

Zu den Zielgruppen zählen Mitarbeiter:innen aus Rechts- und Compliance-Abteilungen, Mitglieder des Betriebsrats sowie Personal- und EDI-Verantwortliche (EDI = Equity, Diversity & Inclusion) von Unternehmen, Organisationen und Verwaltung. „Dieser Personenkreis ist in seiner täglichen Arbeit mit Meldungen und Fallkonstellationen konfrontiert. Entsprechend essenziell ist die Möglichkeit zum Austausch.“


Vorträge, Workshops, Diskussionen

Ein hoher Praxisbezug und Gelegenheiten zur Diskussion und zum Erfahrungsaustausch waren daher von Beginn weg Teil des Konzepts. „Das haben auch die Teilnehmenden anerkennend angemerkt, ebenso wie die Vielfältigkeit der angesprochenen Themen“, erinnert sich Göschl.

Eine Anregung, die ebenfalls aus dem Teilnehmerkreis kam, wird bei der am 16. Oktober 2026 startenden zweiten Auflage des Lehrgangs prompt aufgegriffen: „Ein fiktives Szenario wird sich durch alle Module ziehen“, erklärt Katja Schrank. „Dieses wird dann jeweils aus der medienrechtlichen oder strafrechtlichen Perspektive betrachtet bzw. im Hinblick auf die Unternehmenskultur analysiert.“

Ein Neuzugang unter den in Summe 13 Vortragenden ist die Kriminologin Kristina Straßburger. Sie wird skizzieren, wie Schutzkonzepte gegen sexuelle Belästigung erfolgreich etabliert werden können. Dass vermeintliche Graubereiche nicht so grau sind, wie manche denken mögen, erklärt die Diversity-Management-Trainerin Sara Hassan. Ihr Vortrag steht unter dem Motto: „Ist das jetzt schon Belästigung? Früherkennung und Prävention von Machtmissbrauch am Arbeitsplatz“.


Best Practice aus der Wirtschaft

Als Highlight führt Schrank auch den Praxisbericht von Judith Klaiber an. Sie wirkt seit mittlerweile fünf Jahren als Corporate-Ombudsperson bei der RBI. Das Bankhaus nimmt damit eine Pionierstellung in dieser Hinsicht ein.

„Spannend werden wieder die Inputs von Ute Thiesen. Die Leiterin des Bereichs fairness@work, Investigatorin und Mediatorin bei der Deutschen Bank steuert einen Praxisbericht sowie einen Kurzworkshop zur Durchführung von Interviews bei.“

„Dass Meldungen zu Fehlverhalten am Arbeitsplatz zunehmen, ist eigentlich eine positive Entwicklung. Das Problembewusstsein ist gestiegen.“ 

KATJA SCHRANK, FORENSIC INVESTIGATION SPECIALIST

Interne Untersuchungen in Unternehmen & Organisationen

Praktisch umsetzbar ist auch der Beitrag der Lehrgangsleiterin Schrank. Schritt für Schritt widmet sie sich der Durchführung von internen Untersuchungen zur Aufklärung. „Ein entsprechender Plan sollte bereits vorliegen, bevor es zu einer Meldung kommt.“

Erfordert eine vorliegende Meldung eine nähere Untersuchung? Was sieht der Code of Conduct des Unternehmens vor? Wie sind die nötigen Informationen zu beschaffen und welche rechtlichen Rahmenbedingungen sind einzuhalten? Diese und viele weitere Fragen werden in anderthalb Stunden kompakt beantwortet.

Der Online-Lehrgang findet am 16. Oktober 2026 von 9.00 bis 14.30 Uhr, am 23. Oktober von 9.00 bis 12.30 Uhr, am 6. und 13. November jeweils von 9.00 bis 15.00 Uhr sowie am 20. und 27. November jeweils von 9.00 bis 13.00 Uhr statt.

Bearbeitete und stark gekürzte Fassung der Workstory aus der Zeitschrift RECHTaktuell. Mehr über die gegenwärtigen Entwicklungen in Sachen Fehlverhalten am Arbeitsplatz lesen Sie im vollständigen Artikel der Printausgabe (hier auch als ePaper verfügbar). Zum Online-Lehrgang Fehlverhalten am Arbeitsplatz können Sie sich im MANZ-Webshop anmelden.

 

Bearbeitete und stark gekürzte Fassung der Workstory aus der Zeitschrift RECHTaktuell. Mehr über universitäre und europäische Kooperationen der VUJ lesen Sie im vollständigen Artikel der Printausgabe (hier auch als ePaper verfügbar). Zum Unternehmensjurist:innenkongress können Sie sich im MANZ-Webshop anmelden.

RECHTaktuell 04/2026