Wolfgang Pichler über 40 Jahre RDB
Christian Schumacher - Zugang zur weiten Welt des Rechts
Christian Schumacher gehört zu den frühen RDB-Nutzern. Von den Anfängen im Lesesaal im sechsten Stock der Wiener Uni begleitet die Rechtsdatenbank den Schönherr-Rechtsanwälte-Partner und ÖBl-Chefredakteur bis heute.
Seit Ihrer Studienzeit zählen Sie zu den treuen Nutzer:innen der RDB. Erinnern Sie sich an die Anfänge?
Ich erinnere mich noch gut an das Gefühl, über Tastatur und Bildschirm Zugang zur weiten Welt zu bekommen. Zu recherchieren, ohne ein Buch in der Hand zu haben.
In den Lesesälen der Universität Wien standen Computerterminals. Ich war meist im Lesesaal im sechsten Stock anzutreffen, weil dort die Aussicht am schönsten war.
Ein Computer war eigentlich immer frei. Damals hatte diese Art der Recherche wohl noch etwas Nerdiges. Um zu finden, was man suchte, musste man Codes und Boolesche Operatoren auf einem schwarzen Schirm in grüner Schrift eingeben.
Wie ging es danach weiter?
Zur Zeit, als ich an meiner Dissertation arbeitete, konnte man sich auf der Uni bereits Laptops inklusive RDB-Zugang ausborgen, um damit von zu Hause aus zu arbeiten. Der Zugriff erfolgte über die Telefonleitung.
Die RDB war in dieser Hinsicht ein echter Gamechanger. Sie war rund um die Uhr verfügbar und erlaubte freie Zeiteinteilung. Notfalls konnte man Dinge in letzter Minute nachschauen.
Welches sind die Meilensteine der RDB-Geschichte aus Ihrer Sicht?
Zunächst die Entwicklung vom schwarzen Bildschirm zu einer grafischen Benutzeroberfläche. Wichtig war auch, dass die RDB mobil nutzbar wurde.
Als Spezialist für geistiges Eigentum und IP-Recht habe ich die einschlägigen Kommentare etwa zur ZPO oder zum ABGB nicht immer in Papierform verfügbar. Insofern war es für mich ein Meilenstein, als neben Zeitschriftenbeiträgen auch die Kommentare in die Rechtsdatenbank aufgenommen wurden.
Sie sind auch Chefredakteur der Österreichischen Blätter für Gewerblichen Rechtsschutz und Urheberrecht und MANZ-Autor. Welche Bedeutung hat die RDB für Autorinnen und Autoren?
Sie erhöht die Sichtbarkeit. Als ÖBl-Chefredakteur freut es mich, dass die gedruckte Zeitschrift abonniert und gelesen wird. Dass die Beiträge auch dauerhaft in der RDB angeboten werden, trägt wesentlich zu deren Wahrnehmung bei. Wir sehen das an den Abfragezahlen.
Das gilt ebenso für die Kommentare. An dem von Guido Kucsko und mir herausgegebenen Großkommentar „marken.schutz“ haben rund 50 Autorinnen und Autoren mitgearbeitet. Diese haben viel Zeit in das Werk investiert und haben sich die zusätzliche Aufmerksamkeit verdient.
Das vollständige Video-Interview mit Christian Schumacher können Sie sich auf unserer Webseite ansehen.
Freuen Sie sich auf mehr Features in unserer 40 Jahre RDB-Reihe, in der wir unserer Rechtsdatenbank zum Jubiläum gratulieren.