80 Jahre ÖJZ: Eine Zeitung als Wegweiser
Am 1. Jänner 1946, nach dem Ende des nationalsozialistischen Unrechtsstaates, erschien die erste Ausgabe der ÖJZ. Ende Juni 2026 wurde die Geburtstagsfeier zum 80er dieses Wegweisers der Rechtsstaatlichkeit nachgeholt.
Acht Ecken hat das Oktogon, 80 Jahre zählt die ÖJZ – und so war es nur folgerichtig, dass die Geburtstagsfeier der traditionsreichen Fachzeitschrift im Café-Restaurant „Oktogon am Himmel“ hoch über Wien abgehalten wurde. Den Rundumblick braucht es auch, um ein generalistisch ausgerichtetes Medium in Zeiten vielfältiger Spezialisierungen herauszubringen.
Wer wüsste das besser als das kongeniale Chefredakteursduo Stefan Perner und Martin Spitzer? 2023 traten sie die Nachfolge von Gerhard Hopf an, bei dem sie sich anlässlich der Feierstunde für seine langjährige Tätigkeit bedankten. Hopf, der das MANZ-Flaggschiff über Jahrzehnte gelenkt hatte, war ebenso gekommen wie die nahezu vollzählig versammelte Redaktion und ehemalige Redakteur:innen sowie die vielen Freundinnen und Freunde der ÖJZ.
„Eingeladen waren auch die Universitätsassistent:innen. Sie sind die Autor:innen der Zukunft.“
STEFAN PERNER, WIRTSCHAFTSUNIVERSITÄT WIEN
Österreichische Jurist:innenzeitung: Nachwuchsarbeit
Eingeladen waren auch Vertreter:innen der Universitäten, der Justiz und des BMJ sowie der akademische Nachwuchs. „Die Assistentinnen und Assistenten sind die Autorinnen und Autoren der Zukunft“, meinte Perner.
Launig warnte Kollege Spitzer die Nachwuchskräfte daher vor, dass man sie anlässlich der Feier auch gleich zu Fachbeiträgen für ÖJZ und ÖJA animieren werde. Letzteres, das „Österreichische Juristische Archiv“, ergänzt die Österreichische Jurist:innenzeitung seit 2023. Dort besteht die Möglichkeit, grundlegende Abhandlungen aus allen Fachdisziplinen ohne Längenbeschränkung und nach einem strengen Review-Verfahren zu veröffentlichen.
„Die Redaktion der Österreichischen Jurist:innenzeitung deckt drei Höchstgerichte und acht Universitäten ab.“
MARTIN SPITZER, WIRTSCHAFTSUNIVERSITÄT WIEN
17-köpfige Redaktion
Mit einer kürzlich erfolgten Erweiterung der Redaktion zeigt die ÖJZ künftig noch mehr personelle Stärke: Raphaela Bauer-Raschhofer, Thomas Haslwanter und Roland Kier verstärken den Bereich des Strafrechts.
Die weiteren Redaktionsmitglieder: Andrew Annerl, Christoph Brenn, Bernhard Burtscher, Claudia Fuchs, Robert Fucik, Richard Hargassner, Kurt Kirchbacher, Christian Koller, Julia Told, Martina Weixelbraun-Mohr, Alexander Wilfinger und Jörg Ziegelbauer. Spitzer: „Die Redaktion deckt damit drei Höchstgerichte und acht Universitäten ab.“
„Nach siebenjähriger vollkommener Unterdrückung alles freien und kritischen Denkens gibt es nun wieder eine juristische Zeitung österreichischer Prägung.“
JOSEF GERÖ, STAATSAMT FÜR JUSTIZ
Die Anfänge der ÖJZ
Von der Gründung der Fachzeitschrift in schwerer Zeit erzählte die geschäftsführende MANZ-Gesellschafterin Susanne Stein-Pressl. Nachzulesen war dies auch in einem Faksimile der allerersten Ausgabe, die der jüngsten ÖJZ beigelegt wurde.
Im Geleitwort gab der damalige Staatssekretär für Justiz, Josef Gerö, seiner Hoffnung Ausdruck, die „juristische Zeitung österreichischer Prägung“ möge als Wegweiser dienen und nach der Zeit der Unterdrückung zu Aufbau und Entwicklung eines Rechtsstaates beitragen.
Dass die Österreichische Jurist:innenzeitung immer schon die besten Köpfe als Autor:innen gewinnen konnte, zeigt ein grundlegender Aufsatz des damaligen Uni-Wien-Rektors und späteren VfGH-Präsidenten Ludwig Adamovich wenige Seiten weiter: Darin finden sich erste Überlegungen zur notwendigen Erneuerung der österreichischen Rechtsordnung.
Den Bogen von der Vergangenheit zur Gegenwart schließt ein Jubiläumsbeitrag von OGH-Präsident Georg Kodek in ÖJZ 9. Die betreffende Ausgabe samt Faksimile wurde bei der Feier aufgelegt.