ailex: Künstliche Intelligenz braucht Zeitschrift
Als Legal Counsel AI & Product Advisory verantwortet Merve Taner die rechtliche Analyse aller KI-Use-Cases bei der Erste Gruppe. Das Knowhow dafür musste sie sich selbst erarbeiten. „Als ich vor knapp drei Jahren meinen ersten KI-Use-Case rechtlich prüfen sollte, fand ich seitens der Lehre eine einzige Dissertation, die KI im Finanzsektor behandelte.“
Aus dem praktischen Bedürfnis heraus entstand die Idee zu einer Zeitschriftengründung. Taner kontaktierte in der Folge Alexandra Ciarnau, die dem IP-/IT- und Datenschutzteam von Dorda Rechtsanwälte sowie dem Vorstand von Women in AI Austria angehört.
KI-Zeitschrift mit breiter Leserschaft
Gemeinsam entwickelten die beiden ein Gesamtkonzept und machten sich auf die Suche nach einem Partnerverlag. „Unser erster Weg führte zu MANZ aufgrund der qualitativ hochwertigen Verlagsprodukte von ausgezeichneten Autorinnen und Autoren.“
Im Gespräch mit Christian Giendl wurde man schnell handelseins. „Fantastisch, was die beiden auf die Beine gestellt haben“, meint der Programmmanager. Die Zielgruppe sieht er breit: „Dazu zählen alle, die sich mit künstlicher Intelligenz befassen müssen oder wollen.“
Wo Recht und Technik zusammenfinden
Eine Besonderheit der „ailex“, wie die Zeitschrift aufgrund der rechtlichen Beschäftigung mit AI, also Artificial Intelligence, heißt, ist die Rückkoppelung zwischen Recht und Technik. Dafür garantiert Bernhard Nessler, Research Manager am Software Competence Center Hagenberg (SCCH) und Vizepräsident der Austrian Society for Artificial Intelligence (ASAI). Er komplettiert das Herausgebertrio.
Noch heuer erblickt die erste Ausgabe der ailex das Licht der Fachwelt. „Künftig wird die Zeitschrift im bewährten lex-Layout viermal im Jahr mit einem Umfang von rund 48 Seiten erscheinen“, so die verantwortliche MANZ-Redakteurin Olga Renner.
Ob KI-Regulierung, IT-Recht oder IP-Recht
Prominent besetzt ist die Fachredaktion mit Beatrice Ladenbauer (Senior Legal Counsel der Raiffeisen Digital Bank), Gregor Aichinger (Unternehmensjurist der voestalpine sowie Wissenschaftler am LIT Law Lab der JKU und am SCCH) und Alexandra Ebert (Chief AI & Data Democratization Officer bei Mostly AI und Responsible AI-Expertin der OECD).
Nebst einem Interviewteil beinhaltet die Zeitschrift sieben thematische Rubriken: Technik und KI-Regulierung, IT-Recht, IP-Recht, Datenschutz und Datensicherheit, Haftung, Wettbewerbsrecht sowie Arbeitsrecht und Konsumentenschutz.
Von der KI-Verordnung zu den Datenschutzfragen
„Wir stehen erst am Beginn unserer Reise“, weiß Ciarnau. „Gemeinsam mit der Leserschaft werden wir in die tiefen Wasser der KI-Verordnung eintauchen, wir werden die Risikopyramide hinaufsteigen bis zu den verbotenen KI-Praktiken und wir werden von dort hinabgleiten zu Haftungs- und Datenschutzfragen.“ Das alles mit technischer Fundierung, rechtlicher Substanz und einem durchgehend interdisziplinären Ansatz.
In der Verbindung von Rechtswissenschaft und Technik sieht Nessler die größte Herausforderung, aber auch das Alleinstellungsmerkmal der Zeitschrift. „Jeder Artikel wird in Zusammenarbeit von Juristen und Technikern erstellt, jeder Absatz gemeinsam diskutiert. Nicht zuletzt möchten wir mit der Publikation die Qualität der Gesetzgebung verbessern, indem wir gesetztes Recht stärker mit der technischen Realität in Einklang bringen.“
Bearbeitete und stark gekürzte Fassung der Coverstory aus der Zeitschrift RECHTaktuell. Über die Themen der ersten Ausgabe – von AI-Washing bis zum Test von KI-Systemen unter Realbedingungen – lesen Sie im vollständigen Artikel der Printausgabe (hier auch als ePaper verfügbar). Die Zeitschrift ailex können Sie im MANZ Webshop abonnieren.