Neue Zeitschrift VRW – Tradition trifft auf Innovation
Die Vorgängerorganisation des VVO, der Österreichisch-Ungarische Verband der Privat-Versicherungs-Anstalten, wurde 1899 gegründet. Unmittelbar nach dem Zweiten Weltkrieg kam es zur Neugründung als Verband der Versicherungsanstalten Österreich inklusive eigener Zeitschrift, der bis Ende 2024 bestehenden „Versicherungsrundschau“. In dieser „Zeitschrift für Versicherungswesen“ vereinten sich Interessenvertretung, wissenschaftliche Fachartikel und die Aufbereitung aktueller Rechtsprechung.
„Bereits Mitte 2023 fiel der Entschluss, eine neue, wissenschaftliche Zeitschrift für die Versicherungsbranche und die interessierte Öffentlichkeit zu gründen“, erzählt VVO-Generalsekretär Christian Eltner. „Die Versicherungsrundschau ist ein Klassiker und wir wollten die Idee des Klassikers neu denken.“
Wissenschaftliche Beschäftigung mit Versicherungsrecht
Die Interessenvertretung findet im Sinne einer modernen Kommunikation verstärkt online statt. Dafür wurde auf der VVO-Website ein Newsroom inklusive Newsletter-Versand eingerichtet. Die Wissenschaft findet ihren Platz in der „VRW – Versicherung in Recht und Wirtschaft“, die im März 2025 das Licht der Öffentlichkeit erblickt. Für Verlag und Vertrieb wurde MANZ auserkoren.
Eltner: „Angesichts der redaktionellen Ausrichtung der VRW war uns die Partnerschaft mit einem juristischen österreichischen Fachverlag wichtig. MANZ begleitet uns nun schon seit zahlreichen Jahren in vielfältiger Hinsicht. Hier hat auch die Chemie gepasst.“
Ein langjähriger Wegbegleiter der Versicherungsrundschau sowie des VVO ist auch Stefan Perner. Für die VRW konnte der Vorstand des Departments für Privatrecht an der Wirtschaftsuniversität Wien als Schriftleiter gewonnen werden. Gemeinsam mit dem VVO und der als Co-Herausgeberin fungierenden Gesellschaft für Versicherungsfachwissen (GVFW) stellte Perner ein Redaktionsteam zusammen. Den zentralen Teil der Judikatur betreut dabei Eva Palten, die stellvertretende Vorständin des Instituts für Zivilrecht an der Universität Wien.
Redaktion und Beirat der VRW
In der mehrheitlich weiblich besetzten Redaktion finden sich nebst Eltner, Perner und Palten Vertreter:innen des Versicherungsverbands (Maria Althuber-Griesmayr, Astrid Knitel und Christian Wührer) sowie Manuel Schalk (Leiter der Rechtsabteilung der Wiener Städtischen Versicherung) und Katharina Trampisch (Gesellschaft für Versicherungsfachwissen).
Prominent besetzt ist auch der wissenschaftliche Beirat, der das Who’s who der Versicherungswissenschaft Österreichs, Deutschlands und der Schweiz umfasst – von führenden nationalen Universitäten über das Ulmer Institut für Finanz- und Aktuarwissenschaften (IFA) bis zur Universität St. Gallen (HSG). „Das Versicherungsrecht ist stark europarechtlich getrieben, wobei es insbesondere zwischen den deutschsprachigen Ländern viele Überschneidungen gibt“, erklärt Eltner.
Von Versicherungsvertragsrecht bis Vermittlerrecht
An rechtlichen Themen, die künftig der wissenschaftlichen Aufarbeitung bedürfen, besteht kein Mangel – sei es das Versicherungsvertragsrecht, das Versicherungsaufsichtsrecht oder das Vermittlerrecht. All diese Themen sind auch stark europarechtlich beeinflusst. Wobei der Name Programm ist: „Versicherung in Recht und Wirtschaft“ wird sich eben auch der wirtschaftswissenschaftlichen Zusammenhänge annehmen und Themen wie Vertragsgestaltung oder Berechnungsmodelle behandeln.
„Zielgruppe sind Leserinnen und Leser aus der Versicherungswirtschaft, aus der Justiz, der Anwaltei und der Wissenschaft. Die Zeitschrift soll darüber hinaus auch Inhalte für Vermittler und Aktuare, für Betriebswirte und Betriebswirtinnen sowie Steuerrechtsexperten und Steuerrechtsexpertinnen bieten“, hält Perner fest.
Klimakrise und NatCat
Die erste Ausgabe der künftig viermal jährlich erscheinenden Zeitschrift beinhaltet zwei Beiträge zur Klimakrise. Topaktuell ist die Diskussion zu NatCat-Konzepten, also zu Versicherungsmodellen für die Risiken von Naturkatastrophen. Der zweite Beitrag befasst sich mit Möglichkeiten und Grenzen des Versicherungsschutzes bei Klimaklagen.
Die drei weiteren Fachbeiträge der ersten Ausgabe zeigen den weiten thematischen Bogen der VRW: Sie widmen sich dem Barrierefreiheitsgesetz, das für Versicherer so manche Herausforderung birgt, der europarechtlich bedingten Novelle zum Kfz-Haftpflichtversicherungsgesetz sowie dem Prinzip „Value for Money“ im Versicherungsbereich. Es ist somit alles dabei – von der dogmatischen Aufarbeitung rechtlicher Bestimmungen bis zum wirtschaftswissenschaftlichen Beitrag, von topaktuellen bis zu zeitlosen Themen.
Bearbeiteter und stark gekürzter Auszug der Coverstory aus der Zeitschrift RECHTaktuell. Dass es dringend eine Versicherungslösung für Naturkatastrophen braucht, argumentiert VVO-Generalsekretär Christian Eltner im vollständigen Artikel der Printausgabe (hier auch als ePaper verfügbar). Die Zeitschrift VRW – Versicherung in Recht und Wirtschaft können Sie im MANZ-Webshop abonnieren.