Meldung · 29. November 2023
JETZT LIVE: Das MANZ RDB Upgrade mit KI-Suche
Die groß angelegte Überarbeitung der RDB ist abgeschlossen. Herzstück bildet die revolutionäre Semantische Suche, bei der ganze Absätze in ihrer Bedeutung erfasst werden.
- Semantische Suche: Bedeutung hinter einer (auch langen) Suchanfrage wird von KI erfasst und der Kontext berücksichtigt
- Ähnlichkeitssuche: weitere Dokumente ähnlichen Inhalts werden gefunden
- Erneuerung Backend: RDB ist jetzt leistungsfähiger, schneller und ausfallssicherer
- Neugestaltung des User-Frontend: Nutzerführung und Usability wurden verbessert
Die Semantische Suche gilt als bahnbrechende Ergänzung zur herkömmlichen Stichwort-Suchmethode in der RDB Rechtsdatenbank. Dank dieser Funktion sind Nutzer:innen nicht mehr auf die schlichte Suche nach Einzelbegriffen beschränkt. Stattdessen können diese ganze Phrasen und Absätze in die Suchleiste eingeben und erhalten dazu präzise und relevante Ergebnisse.
Die Semantische Suche ist dazu in der Lage, die Bedeutung hinter der Suchanfrage zu erfassen und den Kontext zu berücksichtigen. Selbst wenn Schlüsselbegriffe nicht wortwörtlich im Text vorkommen, kann sie relevante Dokumente aufspüren. Als Komfortfunktion lässt sich die betreffende Textpassage samt automatisch erstelltem Zitiervorschlag kopieren.
Ein weiteres praktisches Feature ist die Ähnlichkeitssuche, die bereits gegen Ende des Vorjahres eingeführt wurde. Mit dieser Funktion werden zu einem Dokument automatisch passende weitere Dokumente ähnlichen Inhalts gefunden.
Diese beiden auf „Large Language Modelling“ (LLM) basierenden KI-Suchen in der RDB sind kleine Revolutionen in der Rechtsrecherche. „Seit einigen Jahren beschäftigen wir uns bei MANZ vermehrt mit neuen Technologien wie Machine Learning, Künstlicher Intelligenz und Natural Language Processing (NLP). Im Grunde geht es darum, unseren Content noch besser nutzbar zu machen, um Juristinnen und Juristen die Arbeit zu erleichtern“, erklärt Produktmanager Alexander Feldinger.
Die Neuauflage der Suchfunktion in der Rechtsdatenbank bietet weitere erhebliche Verbesserungen: beispielsweise die Auto-Complete-Funktion, die Suchvorschläge bereits während der Eingabe anbietet und so die Effizienz der Suche steigert.
Angestoßen wurde die umfassende Runderneuerung der RDB im Jahr 2021. Zu diesem Zeitpunkt wurde mit der Erneuerung des Backends begonnen, das bis 2022 von einer Monolith- auf eine Cloud-basierte Infrastruktur umgebaut wurde. Die einzelnen Dienstleistungen und Funktionen laufen damit nun unabhängig voneinander. Was das den Nutzer:innen bringt? Die Rechtsdatenbank wurde damit leistungsfähiger, schneller und ausfallssicherer. Durch die Skalierbarkeit entsprechend dem jeweils in Anspruch genommenen Leistungsumfang erhöhte sich die Rechengeschwindigkeit.
Danach wurde die nächste Etappe in Angriff genommen: Durch die Neugestaltung des User-Frontends sollten Nutzerführung und Usability verbessert werden. Feldinger: „Ziel war es, eine zukunftsfähige Plattform für künftige Erweiterungen und Weiterentwicklungen zu schaffen.“
Auch das Word-Add-in von MANZ wird auf die neue RDB-Umgebung umgestellt. Ein entsprechendes Update ist rund um den Jahreswechsel geplant. Beim genannten Add-in handelt es sich um ein Zusatzmodul, mit dem MANZ-Features wie die RDB-Recherche, die Klausel-Bibliothek oder der Linkbutler (Verlinkung von juristischen Zitierungen in Word) über die gewohnte Arbeitsoberfläche des Textverarbeitungsprogramms genutzt werden können.
RDB mit UX-Know-How
Der Startschuss der Runderneuerung der RDB erfolgte zu Beginn des Jahres 2022. „Bei der Umsetzung nahmen wir die Dienste einer externen User-Experience-Agentur in Anspruch und arbeiteten stark mit unseren Kundinnen und Kunden aus dem Rechtsbereich zusammen“, so Feldinger. Gemeinsam mit den Fokusgruppen wurden zahlreiche User-Tests zu unterschiedlichen Arbeitspaketen durchgeführt.
„Die RDB wird von Juristen und Nicht-Juristen genutzt, von Spezialistinnen und Generalistinnen, von Alt und Jung – wir mussten somit unglaublich viele Nutzerprofile und Anforderungen berücksichtigen“, sagt Feldinger. Dabei geholfen hat wohl, dass der Projektmanager und Informatiker selbst auch ausgebildeter Jurist ist. „Ich arbeite seit mittlerweile fünf Jahren mit der Datenbank und konnte das Feedback von Kundenseite wie auch meine eigenen Erfahrungen in den Relaunch einfließen lassen.“
„Das neue Design wird den Nutzerinnen und Nutzern wohl am meisten auffallen, aber auch im Hintergrund wurden viele Dinge erneuert und optimiert“, so die Überzeugung von Online-Produktmanager Reinhard Bradatsch. „Die RDB ist damit nun übersichtlicher, besser strukturiert und auch für die Darstellung auf mobilen Arbeitsgeräten ausgelegt.“
Mobil und aufgeräumt
Schon auf neuen der Startseite der RDB Rechtsdatenbank können Favoriten definiert und angeordnet werden. Im Bereich „Weiterlesen“ finden sich jene 20 Dokumente, die zuletzt geöffnet wurden – und zwar auch dann, wenn Nutzer:innen vom Desktop oder Notebook zum mobilen Endgerät wechseln. Für derartige personalisierte Funktionen ist zunächst ein Opt-in von Nutzerseite erforderlich.
Zwei weitere Elemente kommen zu einem späteren Zeitpunkt hinzu: zum einen ein Bereich mit Empfehlungen; zum anderen soll es künftig möglich sein, bestimmten Inhalten (Autoren, Werken, Normen, Geschäftszahlen …) zu folgen. Im Hinblick auf Lesbarkeit werden in der Folge auch die Werksverzeichnisse überarbeitet.
Aufgeräumter wirkt die Darstellung von Dokumenten. Die Metadaten werden vom oberen Bereich in eine Randspalte verlegt. Besonders umfangreiche inhaltliche Bereiche wie etwa jener der „weiterführenden Literatur“ werden eingeklappt angezeigt.
„Next Generation" der Rechtsrecherche
Das Jahr 2024 wird ganz im Zeichen der Implementierung „generativer Sprachmodelle“ wie GPT4, Bard, Claude 2 usw. für die Rechtsrecherche stehen. Ein wichtiger Schritt in diese Richtung wurde von MANZ im Rahmen des KI-Labors mit dem Prototypen „RDB Genjus“ gemacht, der im Sommer 2023 von mehr als 500 Jurist:innen erfolgreich getestet wurde.
Generative Sprachmodelle haben das Potenzial, die juristische Recherche auf ein ganz neues Niveau zu heben. Sie können komplexe Zusammenhänge erfassen und die Informationsbeschaffung in umfangreichen Dokumentenbeständen erheblich erleichtern.
Allerdings ist ihre Anwendung im juristischen Kontext nicht ohne Herausforderungen. „Um generative Sprachmodelle für die Rechtsrecherche im Arbeitsalltag tauglich zu machen, bedarf es der Anreicherung der Inhalte mit zusätzlichen Metadaten und Hintergrundwissen“, erklärt Feldinger, einer der Verantwortlichen für das Projekt.
Die Aufbereitung und Anreicherung der Inhalte ist ein wesentlicher Schlüssel für qualitätsvolle Recherche-Ergebnisse. Das bedeutet, dass die Dokumente nicht nur für Menschen verständlich, sondern auch für Maschinen lesbar gemacht werden müssen. Dafür werden die Inhalte mit spezifischen Metadaten angereichert, die den Kontext und die Bedeutung der Informationen verdeutlichen. Ein weiterer wichtiger Aspekt ist die Vernetzung der Informationen. Durch die Verknüpfung von Inhalten und Metadaten können Zusammenhänge hergestellt und relevante Informationen im Kontext sofort gefunden werden.
„Die Arbeit an diesen Herausforderungen wird von MANZ mit Hochdruck vorangetrieben und der nächste „RDB Genjus“-Prototyp ist bereits in Vorbereitung“, so Feldinger. Mit diesem Schritt wird die juristische Recherche in eine neue Ära geführt, in der Künstliche Intelligenz und menschliches Fachwissen Hand in Hand gehen.
Über MANZ:
Der Verlag MANZ ist ein führender Fachverlag für juristische Inhalte mit einer fast 175-jährigen Tradition. Seit seiner Gründung im Jahr 1849 hat MANZ kontinuierlich innovative Lösungen für die Rechtsbranche entwickelt und setzt dabei auf die Kombination von erstklassigen Inhalten und modernster Technologie. Mit dem neuen KI-Tool für die Rechtsrecherche setzt MANZ seine Tradition der Pionierarbeit fort und gestaltet aktiv die Zukunft der Branche mit.