Jus ist kein Sprint: Wie du mit den richtigen Pausen wirklich besser lernst
Das Jus-Studium fühlt sich oft wie ein Marathon an. Zwischen Vorlesungen, Fällen und Karteikarten bleibt kaum Zeit zum Durchatmen, und gerade in der Klausurenphase entsteht schnell das Gefühl, jede freie Minute nutzen zu müssen. Viele Studierende versuchen deshalb, möglichst lange durchzulernen und Pausen auf ein Minimum zu reduzieren.
Spoiler: Genau das ist meistens kontraproduktiv.
Pausen sind keine Zeitverschwendung → sie sind Teil des Lernens.
Wenn du sie richtig nutzt, kannst du dir den Stoff sogar besser merken und länger konzentriert bleiben. Hier erfährst du, wie du deine Lernpausen so gestaltest, dass sie dir im Studium wirklich etwas bringen.
Einfach mal nichts tun (ja, wirklich)
Eine der wichtigsten Erkenntnisse der Wissenschaft ist, dass das Gehirn auch dann weiterarbeitet, wenn man gerade nicht aktiv lernt. Nach intensiven Lerneinheiten beginnt im Hintergrund schon die Verarbeitung des Gelernten.
Damit dieser Prozess optimal funktioniert, braucht es eine kurze Phase der Ruhe.
Besonders effektiv ist es, nach dem Lernen:
- sich für etwa 10 bis 15 Minuten zurückzuziehen
- bewusst keine neuen Informationen aufzunehmen
- das Handy und andere Ablenkungen zu vermeiden
In dieser Phase findet die sogenannte Gedächtniskonsolidierung statt. Das Gehirn festigt dabei die Inhalte und macht sie langfristig abrufbar.
Wichtig:
TikTok, Insta & Co. zählen nicht als Pause → sie überladen dein Gehirn nur zusätzlich.
Bewegung = Reset für deinen Kopf
Wenn du merkst, dass du beim Lesen eines Falls schon zum dritten Mal abschweifst ist es Zeit für Bewegung!
Schon 5–10 Minuten reichen, um:
- deine Konzentration zu steigern
- deine Stimmung zu verbessern
- wieder klar denken zu können
Geeignete Pausen können zum Beispiel sein:
- ein kurzer Spaziergang (vielleicht rund um die Bib)
- ein paar Dehnübungen
- einmal frische Luft schnappen
Wie lange lernen und wie lange Pause machen?
Nicht nur die Art der Pause, sondern auch die Struktur des Lernens spielt eine zentrale Rolle. Viele Studierende lernen stundenlang durch, ohne zu bemerken, dass ihre Aufnahmefähigkeit dabei kontinuierlich abnimmt und das Lernen zunehmend ineffizient wird.
Sinnvoller ist es, den Lernprozess in klar definierte Einheiten zu gliedern.
Optimal ist:
- 60–90 Minuten zu lernen
- danach ca. 15 Minuten Pause zu machen
nach mehreren Lerneinheiten auch längere Erholungsphasen (30 Minuten) einzuplanen
Durch diese Struktur bleibt die Konzentration stabiler und die Qualität des Lernens höher.
Mikropausen für einen schnellen Energiekick
Gerade bei monotonen Tätigkeiten wie beim Erstellen von Karteikarten, oder dem Wiederholen kennst du es vielleicht:
Du liest, aber es bleibt nichts hängen.
Hier helfen kurze Mikropausen (unter 10 Minuten):
- kurz aufstehen
- Fenster öffnen
- einmal durchatmen
Das wirkt wie ein kleiner Reset und bringt dich wieder zurück in den Fokus.
Das Drumherum: Kaffee allein reicht nicht
So wichtig Pausen auch sind – sie funktionieren nur, wenn auch die Rahmenbedingungen stimmen. Selbst die beste Lernstrategie kann ohne ausreichende Erholung und Versorgung nur begrenzt funktionieren.
- Genug trinken (Wasser > Kaffee)
- Snacks fürs Gehirn (Nüsse, Obst etc.)
- Schlaf: 7–9 Stunden sind keine Zeitverschwendung, sondern die Grundlage
Gerade im Jus-Studium gilt:
Wer dauerhaft übermüdet lernt, lernt ineffizient.
Fazit: Besser lernen heißt auch besser pausieren
Im Jus-Studium geht’s nicht darum, möglichst lange durchzuhalten, sondern smart zu lernen.
- Bewegung bringt Fokus
- Ruhe speichert Wissen
- Struktur verhindert Überforderung
Wer Pausen bewusst einplant und richtig nutzt, verbessert nicht nur die eigene Lernleistung, sondern stellt auch sicher, dass das Gelernte langfristig abrufbar bleibt.
Quellen: Albulescu, P., Macsinga, I., Rusu, A., Sulea, C., Bodnaru, A., & Tulbure, B. T. (2022). «Give me a break!» A systematic review and meta-analysis on the efficacy of micro-breaks for increasing well-being and performance. PLoS ONE, 17(8); Derenthal, A.-K. (2022). Einfluss von Bewegungspausen auf den Lernprozess von Auszubildenden (Bachelorarbeit); Medical School Hamburg; Dewar, M., Alber, J., Butler, C., Cowan, N., & Della Sala, S. (2012). Brief Wakeful Resting Boosts New Memories Over the Long Term. Psychological Science, 23(9), 955–960; Föderation der Schweizer Psychologinnen und Psychologen (FSP). (2024, 15. Januar).Der Effekt von Mikropausen; Iurratio Media GmbH. (2025). RepGuide 2025: Die beliebtesten Angebote zur Vorbereitung auf das 1. und 2. Staatsexamen. iurratio; Wamsley, E. J. (2019). Memory Consolidation during Waking Rest. Trends in Cognitive Sciences, 23(3), 171–173.