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Timothy Snyder

Der Weg in die Unfreiheit

Russland - Europa - Amerika

19,99 EUR inkl. MwSt.
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ISBN: 978-3-406-72502-9
Verlag: C.H.Beck (Deutschland)
Format: E-Book Text (EPUB sofort downloaden
Downloads sind nur in Österreich möglich!)
376 Seiten; mit 10 Karten und 4 Abbildungen, 1. Auflage, 2018

Inhaltsverzeichnis

1;Cover;1
2;Titel;3
3;Zum Buch;377
4;Über den Autor;377
5;Impressum;4
6;Widmung;5
7;Inhalt;78;Vorwort;9
9;Individualismus oder Totalitarismus;23
10;Nachfolge oder Scheitern;45
11;Integration oder Imperium;75
12;Neuerung oder Ewigkeit;118
13;Wahrheit oder Lügen;166
14;Gleichheit oder Oligarchie;228
15;Epilog;293
16;Danksagung;296
17;Anmerkungen;299
18;Register;365

Kurztext / Annotation

Gleichheit oder Oligarchie, Individualismus oder Unfreiheit, Wahrheit oder Fake News – die Welt, wie wir sie kannten, steht am Scheideweg. Viel hat der Westen selbst dazu beigetragen. Aber er hat auch mächtige Feinde, die seine Institutionen mit allen Mitteln – von der Finanzierung des Rechtspopulismus in Europa bis zum Cyberwar – untergraben wollen. Wer diese Gegner sind, wie sie vorgehen und wie bedrohlich die Lage ist, das beschreibt das aufsehenerregende neue Buch von Tim Snyder. Mit dem Ende des Kalten Krieges hatten die liberalen Demokratien des Westens gesiegt. Von nun an würde die Menschheit eine friedvolle, globalisierte Zukunft erwarten. Doch das war ein Irrtum. Seit Putin seine Macht in Russland etabliert hat, rollt eine Welle des Autoritarismus von Osten nach Westen, die Europ ... a erfasst hat und mit Donald Trump auch im Weißen Haus angekommen ist. Tim Snyder, Autor des Weltbestsellers "Über Tyrannei", beschreibt in seinem Buch den Aufstieg dieser neuen "rechten Internationalen", schildert ihre bedrohlichen Ziele und zeigt, wie sehr die Grundlagen unserer Demokratie in Gefahr sind.

Timothy Snyder ist Professor für Geschichte an der Yale University. Er hat u. a. den Hannah-Arendt-Preis und den Leipziger Buchpreis für Europäische Verständigung erhalten. Seine Bücher wurden in mehr als dreißig Sprachen übersetzt.


Textauszug

VORWORT (2010)

Mein Sohn kam in Wien zur Welt. Es war eine schwierige Geburt, und die erste Sorge des österreichischen Geburtshelfers und der polnischen Hebamme galt dem Neugeborenen. Er atmete, seine Mutter hielt ihn für einen kurzen Moment in den Armen, dann wurde sie in einen Operationssaal gebracht. Ewa, die Hebamme, gab mir das Kind. Mein Sohn und ich fühlten uns in dem nun folgenden Geschehen ein wenig hilflos. Aber wir hielten zusammen. Er schaute zu mir auf mit seinen veilchenblauen Augen, die noch nicht fokussieren konnten, während Ärzte im Sprint an uns vorbeirannten. Schritte, das schnappende Geräusch von Masken, ein verschwommenes Bild grüner OP -Kittel. Am nächsten Tag hatte sich alles zum Guten gewendet. Die Krankenschwestern gaben mir zu verstehen, ich solle mich wie üblich ab fünf Uhr nachmittags nicht mehr in der Station aufhalten, sondern Mutter und Kind bis zum Morgen ihrer Fürsorge überlassen. So konnte ich nun, ein wenig verspätet, per Mail eine Geburtsanzeige verschicken. Einige Freunde erhielten die frohe Nachricht gerade in dem Moment, in dem sie von einer Katastrophe erfuhren, die andere das Leben kostete. Einer dieser Freunde, ein Kollege, den ich noch im alten Jahrhundert in Wien kennengelernt hatte, war in Warschau in aller Eile ins Flugzeug gestiegen. Meine Nachricht ging fast in Lichtgeschwindigkeit hinaus, und doch erreichte sie ihn nicht mehr.

DAS JAHR 2010 war eine Zeit der Reflexion. Zwei Jahre zuvor hatte die Finanzkrise einen beträchtlichen Teil des Reichtums der Welt vernichtet, der zögerliche Aufschwung begünstigte die Reichen. Ein Afroamerikaner war Präsident der USA . Das große Wagnis Europas im ersten Jahrzehnt nach 2000, die Osterweiterung der Europäischen Union, schien vollendet. Nach den ersten zehn Jahren im neuen Jahrtausend, zwei Jahrzehnte nach dem Ende des Kommunismus in Europa, sieben Jahrzehnte nach dem Beginn des Zweiten Weltkriegs schien 2010 das Jahr zu sein, um Bilanz zu ziehen.

In jenem Jahr arbeitete ich an einer solchen Bilanz, gemeinsam mit einem Historiker, der im Sterben lag. Ich schätzte Tony Judt sehr, vor allem wegen seiner Geschichte Europas von 1945 bis zur Gegenwart , die 2005 erschienen war. Das Buch erzählt die fantastische Erfolgsgeschichte der Europäischen Union. Sie hatte die Fragmente der ehemaligen Weltreiche neu zusammengefügt, so dass daraus der größte Wirtschaftsraum und die wichtigste demokratische Region der Welt entstanden. Der letzte Absatz des Buches gilt dem Gedenken an den Holocaust. Im 21. Jahrhundert, schrieb er, würde das übliche Prozedere bzw. Geld nicht ausreichen. Der politische Anstand gebiete, dass eine Geschichte der Gräuel geschrieben werde.

2008 hatte man bei Tony Judt amyotrophe Lateralsklerose (ALS) diagnostiziert, eine nicht heilbare Krankheit des Nervensystems. Es stand fest, dass er daran sterben würde. Er war in einem Körper gefangen, der seinem Geist den Dienst versagte. Als seine Hände schon gelähmt waren, machten wir Mitschnitte unserer Diskussionen zu Themen des 20. Jahrhunderts. 2009 sprachen wir über die amerikanischen Axiome, dass der Kapitalismus alternativlos und die Demokratie unvermeidlich seien. Beide waren wir besorgt. Tony hatte über die verantwortungslosen Intellektuellen geschrieben, die im 20. Jahrhundert den Totalitarismus unterstützt hatten. Jetzt beschäftigte ihn eine neue Form der Verantwortungslosigkeit im 21. Jahrhundert: eine totale Abkehr von Ideen, die Diskussionen verflachen lässt, Politik ihrer Möglichkeiten beraubt und Ungleichheit als normal hinnimmt.

Zur gleichen Zeit schrieb ich an einer Geschichte der politischen Massenmorde, die das nationalsozialistische Deutschland und die Sowjetunion in den 1930er und 1940er Jahren in Europa begangen hatten. Das Buch begann mit den Menschen und ihrer Heimat. Im Besonderen ging es um die Juden, Wei

Beschreibung für Leser

Unterstützte Lesegerätegruppen: PC/MAC/eReader/Tablet

Herausgeber/Autor


Mitarbeiter

Übersetzt von: Ulla Höber
Werner Roller