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Friedrich Daniel Ernst Schleiermacher

Über die Religion

Reden an die Gebildeten unter ihren Verächtern

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ISBN: 978-3-7309-9112-1
Verlag: BookRix
Format: E-Book Text (EPUB sofort downloaden
Downloads sind nur in Österreich möglich!)
305 Seiten, 2019

Kurztext / Annotation

Friedrich Schleiermann war Professor der Theologie und Mitglied der Akademie der Wissenschaften, ein enger Freund Friedrich Schlegels und berühmter Prediger an der Dreifaltigkeitskirche. Sein Buch ist ein Klassiker über die Theologie des 19. Jahrhunderts.

Textauszug

2. Über das Wesen der Religion

Ihr werdet wissen, wie der alte Simonides durch immer wiederholtes und verlängertes Zögern denjenigen zur Ruhe verwies, der ihn mit der Frage belästigt hatte, was wohl die Götter seien.

Ich möchte nicht ungern bei der unsrigen, jener so genau entsprechenden und nicht minder umfassenden, was Religion sei, mit einer ähnlichen Zögerung anfangen.

Natürlich nicht in der Absicht, um zu schweigen und euch wie jener in der Verlegenheit zu lassen; sondern ob ihr etwa, um auch für euch selbst etwas zu versuchen, eure Blicke eine Zeit lang unverwandt auf den Punkt, den wir suchen, wolltet gerichtet halten, und euch aller anderen Gedanken indes gänzlich entschlagen.

Ist es doch die erste Forderung auch derer, welche nur gemeine Geister beschwören, dass der Zuschauer, der ihre Erscheinungen sehen und in ihre Geheimnisse will eingeweiht werden, sich durch Enthaltsamkeit von irdischen Dingen und durch heilige Stille vorbereite, und dann, ohne sich durch den Anblick fremder Gegenstände zu zerstreuen mit ungeteilten Sinnen auf den Ort hinschaue, wo die Erscheinung sich zeigen soll.

Wie viel mehr werde ich eine solche Folgsamkeit verlangen dürfen, der ich euch einen seltenen Geist hervorrufen soll, welchen ihr lange mit angestrengter Aufmerksamkeit werdet beobachten müssen, um ihn für den, den ihr begehrt, zu erkennen und seine bedeutsamen Züge zu verstehen.

Ja gewiss, nur wenn ihr vor den heiligen Kreisen steht mit jener unbefangenen Nüchternheit des Sinnes, die jeden Umriss klar und richtig auffasst, und weder von alten Erinnerungen verführt, noch von vorgefassten Ahnungen bestochen, nur aus sich selbst das Dargestellte zu verstehen trachtet, nur dann kann ich hoffen, dass ihr die Religion, die ich euch zeigen will, wo nicht lieb gewinnen, doch wenigstens euch über ihre Bedeutung einigen und ihre höhere Natur anerkennen werdet.

Denn ich wollte wohl, ich könnte sie euch unter irgendeiner wohlbekannten Gestalt darstellen, damit ihr sogleich an ihren Zügen, ihrem Gang und Anstand euch erinnern möchtet, dass ihr sie hier oder dort so gesehen habt im Leben.

Aber es will nicht angehen; denn so wie ich sie euch zeigen möchte in ihrer ursprünglichen, eigentümlichen Gestalt, pflegt sie öffentlich nicht aufzutreten, sondern nur im Verborgenen lässt sie sich so sehen von denen, die sie liebt.

Auch gilt es ja nicht etwa von der Religion allein, dass das, worin sie öffentlich dargestellt und vertreten wird, nicht mehr ganz sie selbst ist; sondern von jedem, was ihr seinem inneren Wesen nach als ein Eigentümliches und Besonderes für sich annehmen mögt, kann dasselbe mit Recht gesagt werden, dass, in was für einem äußerlichen es sich auch darstelle, dieses nicht mehr ganz sein eigen ist, noch ihm genau entspricht. Ist doch nicht einmal die Sprache das reine Werk der Erkenntnis, noch die Sitte das reine Werk der Gesinnung.

Zumal jetzt und unter uns ist dieses wahr. Denn es gehört zu dem sich noch immer weiter bildenden Gegensatz der neuen Zeit gegen die alte, dass nirgends mehr einer eines ist, sondern jeder alles.

Und daher ist, wie die gebildeten Völker einen so vielseitigen Verkehr untereinander eröffnet haben, dass ihre eigentümliche Sinnesart in den einzelnen Momenten des Lebens nicht mehr unvermischt heraustritt, so auch innerhalb des menschlichen Gemütes eine so ausgebreitete und vollendete Geselligkeit gestiftet, dass, was ihr auch absondern mögt in der Betrachtung als einzelnes Talent und Vermögen, dennoch keineswegs ebenso abgeschlossen seine Werke hervorbringt; sondern - ich meine es im Ganzen, versteht sich - jedes wird bei jeder Verrichtung dergestalt von der zuvorkommenden Liebe und Unterstützung der anderen bewegt und durchdrungen, dass ihr nun in jedem Werk alles findet und schon zufrieden sein müsst; wenn es euch nur gelingt, die herrschend hervorbringende Kraft zu unterscheiden in dieser Verbindung.

Darum k

Beschreibung für Leser

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