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Helga Ausserer

Steuerrecht für Ärzte

Grundlagen - Gestaltungsmöglichkeiten - Tipps

24,00 EUR inkl. MwSt.
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ISBN: 978-3-7041-0686-5
Verlag: dbv-Verlag (Österreich)
Format: Buch
96 Seiten; 24 cm x 17 cm, 2017, 2017

Hauptbeschreibung

Einkünfte aus selbständiger Tätigkeit beziehen auch angestellte Ärzte mit Sonderklassehonoraren, als Studien-Teilnehmer, mit Honoraren aus Vortragstätigkeit oder als Vertretungsarzt. Damit treten sie nach außen hin als selbständige Unternehmer auf und sind mit einer Vielzahl von organisatorischen, rechtlichen und finanziellen Fragen konfrontiert.

Bei einer Ordinationsgründung oder anderen möglichen Formen der Zusammenarbeit mit anderen Ärzten stehen verschiedene Rechtsformen zur Verfügung den Betrieb steueroptimal zu führen. Viele Arztpraxen übersteigen heute die Größe von Kleinbetrieben. Steuerliche Fragen sowie Finanzierungsthemen sind nicht zu vernachlässigen.

Der Leitfaden gibt – einfach und verständlich geschrieben – einen gezielten Überblick über die Grundsätze unseres Steuersystems in der Einkommen- und Umsatzsteuer für den Berufsstand und enthält Anleitungen zu einer praktikablen Buchhaltung bzw Belegsortierung samt Registrierkasse.


Kurztext / Annotation

Zielgruppe: niedergelassene und angestellte Ärzte, Steuerberater zur Beratung von Ärzten

Inhaltsverzeichnis

Vorwort

Kapitel 1 Einkommensteuerliche Besonderheiten für Ärzte

1.1 Der Weg in die Selbständigkeit
1.2 Grundsätzliches zur Einkommensteuer
1.2.1 Einkunftsarten für Heilberufe
1.2.2 Lohn- oder Einkommensteuer?
1.2.3 Sonderausgaben, außergewöhnliche Belastungen und Freibeträge
1.2.4 Der Steuertarif und Steuerabsetzbeträge
1.2.5 Das Verfahren beim Finanzamt
1.3 Wie wird der Gewinn ermittelt?
1.3.1 Bilanzierung (Betriebsvermögensvergleich)
1.3.2 Einnahmen-Ausgabenrechnung
1.3.3 Basispauschalierung
1.4 Betriebseinnahmen und Betriebsausgaben
1.4.1 Betriebseinnahmen
1.4.2 Betriebsausgaben
1.5 Verlust und Liebhaberei
1.5.1 Verlust
1.5.2 Liebhaberei und Verlustbeteiligung

Kapitel 2 Umsatzsteuerliche Besonderheiten für Ärzte

2.1 Betrifft die Umsatzsteuer Gesundheitsberufe?
2.1.1 Was ist die Umsatzsteuer und wie funktioniert das Umsatzsteuersystem?
2.2 Steuerbefreiungstatbestände
2.2.1 Unechte Umsatzsteuerbefreiung im Gesundheitsbereich
2.2.2 Kleinunternehmerbefreiung
2.2.3 Die Vermietung und Verpachtung von Grundstücken
2.2.4 Hilfsgeschäfte für Ärzte
2.3 Das Abgabeverfahren für die Umsatzsteuer
2.3.1 Umsatzsteuervoranmeldungen
2.3.2 Vorsteuerabzug und ordnungsgemäße Rechnung
2.4 Besondere Regeln im Zusammenhang mit grenzüberschreitenden Lieferungen und Leistungen
2.4.1 Innergemeinschaftlicher Erwerb und Erwerbsschwelle
2.4.2 Sonstige Leistungen und Übergang der Steuerschuld

Kapitel 3 Buchhaltung und Details zu Betriebsausgaben

3.1 Die Finanzbuchhaltung
3.1.1 Grundsätze ordnungsgemäßer Buchführung
3.2 Aufzeichnungen von Einnahmen und Ausgaben - Pflicht oder Kür
3.2.1 Erstellung der laufenden Buchhaltung - effiziente Belegsortierung
3.2.2 Barumsätze und Belegerteilungspflicht
3.2.3 Registrierkasse und Sicherheitseinrichtung
3.3 Das ABC der Betriebsausgaben und wichtige Details
3.3.1 Das ABC der Betriebsausgaben für Ärzte
3.3.2 Details zu Betriebsausgaben
3.3.2.1 Investitionen in das Anlagevermögen
3.3.2.2 Der Freibetrag für investierte Gewinne
3.3.2.3 Das Kfz als Betriebsausgabe
3.3.2.4 Arbeitszimmer und Zweitordination im Wohnungsverband
3.3.2.5 Fremdleistungen/Honorare
3.3.2.6 Aus- und Fortbildung
3.3.2.7 Reisekosten
3.3.2.8 Versicherungen
3.3.2.9 Sozialversicherungsbeiträge - Pflichtversicherung
3.3.2.10 Wohlfahrtsfonds und Kammerbeiträge
3.3.2.11 Finanzierungsaufwand

Kapitel 4 Ordinationsgründung und Rechtsformwahl

4.1 Ein optimaler Ordinationsbeginn
4.1.1 Die eigene Ordination
4.1.2 Ordinationsgründung oder Ordinationsübernahme?
4.1.3 Der Ordinationswert
4.1.4 Die Finanzierung der Ordinationseröffnung bzw der Ordinationsübernahme
4.2 Zusammenarbeit mehrerer Ärzte - Rechtsformwahl
4.2.1 Kooperationsformen ärztlicher Zusammenarbeit
4.2.1.1 Ordinationsgemeinschaften
4.2.1.2 Apparategemeinschaften
4.2.2 Rechtsformen ärztlicher Zusammenarbeit
4.2.2.1 Personengesellschaften
4.2.2.2 Kapitalgesellschaften
4.2.3 Die Gruppenpraxis
4.2.3.1 Gesetzliche Ausgestaltung
4.2.3.2 Abgrenzung zur Krankenanstalt
4.2.3.3 Allgemeines zur Gruppenpraxis
4.2.3.4 Zulassungsverfahren zur Gruppenpraxis

Stichwortverzeichnis

Textauszug

Hinweis: Inhalt bezieht sich auf Österreichisches Recht!

1.2.1 Einkunftsarten für Heilberufe
1.2.1.1 Einkünfte aus selbständiger Arbeit (Freiberufler)

Heilberufliche Tätigkeiten fallen grundsätzlich unter die 2. Einkunftsart: Einkünfte aus selbständiger Tätigkeit. Das Einkommensteuergesetz zählt explizit folgende Heilberufe darunter:
- Ärzte im Sinne des Ärztegesetzes
- Tierärzte mit abgeschlossenem Hochschulstudium
- Dentisten
- Therapeutische psychologische Tätigkeit von Personen, die die geistes- oder naturwissenschaftlichen Universitätsstudien mit dem Hauptfach Psychologie ab-geschlossen haben.
- Hebammen im Sinne des Hebammengesetzes 1963
- Tätigkeiten im medizinischen Dienst (Krankenpflegefachdienst mit berufsrechtlicher Bewilligung)

Eine freiberufliche Tätigkeit liegt auch dann vor, wenn ein Angehöriger eines freien Berufes in seinem Beruf im Rahmen von Veranstaltungen tätig wird (Vorträge, Teilnahme an Studien) oder wenn er sich der Mithilfe fachlich vorgebildeter Arbeitskräfte bedient. Hier muss er selbst, mit Ausnahme einer vorübergehenden Verhinderung aufgrund seiner Fachkenntnisse, leitend und eigenverantwortlich tätig werden. Auch der in Ausbildung befindliche Arzt nach dem Ärztegesetz, der nur zur unselbständigen Ausübung des Ärzteberufes in Krankenanstalten berechtigt ist, erzielt jedoch Einkünfte aus selbständiger Tätigkeit, wenn er einen praktischen Arzt vertritt (er ist nicht dessen Arbeitnehmer).
Sonderklassegebühren – Entgelte, die sowohl der Primararzt als auch der Assistenzarzt für die Behandlung von Patienten der Sonderklasse einschließlich ambulanter Behandlung erzielen – zählen aufgrund gesetzlicher Anordnung zu den Einkünften aus selbständiger Arbeit, soweit nach dem zur Anwendung gelangenden Kranken-anstaltengesetz der Träger des Krankenhauses nicht verpflichtet ist, die Sonderklas-segebühren im eigenen Namen einzuheben. Es gibt diesbezüglich unterschiedliche landesgesetzliche Regelungen über die Abrechnungsart im jeweiligen KAG.

TIPP: Im Rahmen eines einheitlichen Betriebes mit der vom selben Arzt geführten Ordination gehören folgende Tätigkeiten auch zur selbständigen Tätigkeit:
- Ärztliche Hausapotheken
- Verkauf von Nahrungsergänzungsmittel
- Verkauf von Kontaktlinsen

Einführung oder Vorwort

Liebe Ärzte und Ausübende von Gesundheitsberufen, mit Aufnahme Ihrer beruflichen Tätigkeit ergibt sich rasch die Notwendigkeit, neben den Herausforderungen die Ihr Fachgebiet für Sie bereithält, unternehmerisch zu denken und zu agieren. Schon als junge angestellte Ärztin bzw junger angestellter Arzt mit Sonderklassehonoraren oder als Teilnehmer einer Studie, mit Honoraren aus Vortragstätigkeit bzw als Vertretungsarzt beziehen Sie Einkünfte aus selbständiger Tätigkeit, welche Sie in Form einer Einkommensteuererklärung dem Finanzamt bekannt zu geben haben und damit als selbständiger Unternehmer nach außen hin auftreten. So werden Sie neben Ihrer schon sehr zeitaufwendigen Tätigkeit noch mit einer Vielzahl von organisatorischen, rechtlichen und finanziellen Fragen konfrontiert.
Viele Arztpraxen übersteigen heute die Größe von Kleinbetrieben und wie jeder Unternehmer müssen Sie sich mit steuerlichen Fragen und Finanzierungsthemen auseinandersetzen.
Wenn Sie dieses Werk lesen, möchten Sie die eine oder andere Unsicherheit zu diversen Fragestellungen geklärt haben und genau das ist der Sinn und Zweck dieses Leitfadens. Ich möchte Ihnen einen Überblick über die Grundsätze unseres Steuersystems in der Einkommen- und Umsatzsteuer für Ihren Berufsstand bieten und Anleitungen zu einer praktikablen Buchhaltung bzw Belegsortierung samt Registrierkasse geben.
Zur Ordinationsgründung und richtigen Rechtsformwahl und über mögliche Formen der Zusammenarbeit mit anderen Ärzten bzw Rechtsformen, in denen Sie Ihren Betrieb steueroptimal führen können, soll Ihnen die Lektüre einen ersten Einblick geben und Möglichkeiten aufzeigen.
Der Leitfaden soll Ihnen so viel eigenes Know-how bieten, das Sie gestärkt Fragen an Experten stellen können und Ihre künftige Unternehmensleitung auf einem guten Fundament aufbauen. Keinesfalls kann Ihnen der Weg zum Steuerberater ersetzt werden. Vertrauen Sie sich der Kompetenz eines Profis an und nutzen Sie Ihre Zeit für jene Bereiche, in denen Ihre Stärken liegen. Ihr Steuerberater wird Ihnen helfen, Sie in allen unternehmerischen Bereichen so gut wie möglich zu unterstützen und Ihre gesamte finanzielle Lage zu optimieren.

Die laufende Buchhaltung zu führen bleibt Ihnen nicht erspart. Die steuerliche und rechtliche Optimierung kann der Profi für Sie übernehmen. Führen Sie zeitnah Ihre Buchhaltung und nutzen Sie die Chance, anhand der ausgearbeiteten Zahlen Ihre Situation zu optimieren. Ziehen Sie Soll-/Ist-Vergleiche und nützen Sie die Gelegenheit, mittels Benchmark mit Kollegen aufzuzeigen, wo Ihre Stärken und Schwächen liegen bzw wo Sie einnahmen- oder ausgabenseitig von Ihrer Konkurrenz abweichen. Gibt es hier Verbesserungspotential oder liegt eine nicht vergleichbare Situation vor (zB aufgrund einer Spezialisierung)?
Eine geordnete Finanzbuchhaltung soll nicht nur lästig sein und zum letztmöglichen Termin für das Finanzamt gemacht werden. Vielmehr sollte es in Ihrem Interesse liegen, Ihnen einen stets aktuellen Überblick über Ihre Situation zu geben. Genießen Sie die Freude und Sicherheit, Ihren Unternehmensalltag finanziell optimal gestaltet zu haben.
Zu Gunsten der einfacheren Lesbarkeit wird für beide Geschlechtsformen die männliche Form verwendet. Sämtliche personenbezogenen Bezeichnungen (zB Arzt, Unternehmer etc) sind geschlechtsneutral zu verstehen. Im Gegenzug ist meine Hauptfigur in den Beispielen Frau Doktor Heilsam.
Ich wünsche Ihnen viele aufschlussreiche Momente bei der Lektüre dieses Buches!

Mag. Helga Ausserer Wien, im Oktober 2017