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Marc-Simon Egeling

Vereinsamung und Isolation von Älteren im ambulanten Setting. Entwicklung eines Instrumentes zur quantitativen Beschreibung der Gemütsverfassung von Pflegebedürftigen

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ISBN: 978-3-95993-081-9
Verlag: Bachelor + Master Publishing
Format: Flexibler Einband
24 Seiten; 16 Abb.; 220 mm x 155 mm, 2019

Textauszug

Textprobe:
Kapitel 2, Methode:
2.1 Allgemeines zur Konstruktion des Instrumentes und zur Erhebung:
Ziel dieser Arbeit ist, ein auf Gegebenheiten des ambulanten Settings zugeschnittenes Screening-Instrument (siehe Anlage 1) zur Erfassung der momentan empfundenen Lebenswelt des älteren Menschen zu entwerfen. Es muss zum einen Aussagen über die Stärke der Pflegebedürftigkeit und über die Stärke der sozialen Kontakte/ Beziehungen dieses Menschen treffen können. Zum anderen muss dieses Instrument das Verhalten des ambulant Betreuten im Rahmen der durch dieses Instrument geleiteten Interaktion mit der Bezugspflege als ein Abbild der momentanen Gemütsverfassung erfassen können. Verhalten des ambulant Betreuten wird in dieser Arbeit generell als Reaktionsverhalten auf kontrollierte Stimuli vonseiten der Bezugspflege betrachtet. Stimuli sind entweder Aufgabenstellungen (z.B. im Sinne der MMWS [9]), die momentan empfundene Lebenssituation mit vorgegebenen Adjektiven zu beschreiben - oder Fragestellungen im Sinne der GDS [10, 11] für Operationalisierung einer "depressiven Tendenz". Zusätzlich gehören zum Reaktionsverhalten des Probanden die Antworten auf dichotomische Befragungen zu "momentanes Empfinden" und zu "Schmerz". Die hauptsächlich dieses Design bestimmenden Instrumente wie MMWS und GDS dienen somit einer weitgehend kontrollierten Interaktion (hier betrachtet als eine Menge aller Verhaltensreaktionen) zwischen der betreuenden Bezugspflege und dem ambulant Betreuten. Diese Verhaltensreaktionen entsprechen somit abhängigen Variablen, die möglicherweise nach o.a. zu zeigender Fragestellung bedingt sind durch die unabhängigen Variablen wie Stärke der Pflegebedürftigkeit und Stärke der sozialen Kontakte/Beziehungen als momentan gültige Personeneigenschaften. Basierend auf einem Pretest wird die Durchführungszeit je nach Interaktions- bzw. Redebedürfnis des Teilnehmenden auf 10 bis 20 Minuten geschätzt.
2.2 Operationalisierung "Stärke der Sozialen Kontakte/ Beziehungen":
Die unabhängige Variable "Stärke der Sozialen Kontakte/ Beziehungen" wird operationalisiert durch die Eigenschaft Familienstand (mit Ausprägungen: "Alleine Lebend" bzw. "In Gemeinschaft lebend") und der Eigenschaft Soziale Kontakte (mit Ausprägungen: "Eigene Kinder", "Guter Kontakt zu eigenen Kindern", "Verwandte", "Guter Kontakt zu Verwandten", "Aktiver Kontakt zu Freunden", "Nachbarschaft", "Guter Kontakt zur Nachbarschaft" und "Aktive Vereins-, Religions- oder Freizeitgruppenmitgliedschaft"). Für jede auf die Person zutreffende Ausprägung, die die Variable "Stärke der sozialen Kontakte/ Beziehungen" als förderlich beschreibt, erhält der Proband ein Gewicht von 1 - die für diese Variable Nicht-Förderlichen (u.a. "Alleine Lebend" oder keine Aussage zur Ausprägung "Guter Kontakt zu eigenen Kindern") jeweils ein Gewicht von 0. Das maximale erreichbare absolute Gewicht ist 9. Da jeder ältere Mensch mindestens eine "Nachbarschaft" und auch mit hoher Wahrscheinlichkeit "Eigene Kinder" hat, gelten erreichte Punktzahlen von 0 bis 2 als zusammenfassende Ausprägung "wenig soziale Kontakte" und mehr als 2 erreichte Punkte als zusammenfassende Ausprägung "gute soziale Kontakte" dieser Variablen "Stärke der Sozialen Kontakte/ Beziehungen".

Langtext

Auch das Phänomen der altersbedingten Einsamkeit und Isolation gehört zunehmend zu den Lebenswelten einer alternden Gesellschaft. Dennoch werden psychologische Komponenten zur empfundenen Lebenswelt des älteren Menschen vom ambulant Pflegenden kaum registriert. Dies liegt zum einen an den vorgegebenen Rahmenbedingungen, die die strukturelle Planung eines ambulanten Pflegedienstes bedingen und häufig zu sogenannten "Minuteneinsätzen" führen. Zum anderen ist auch die ambulante Pflege generell eher somatisch orientiert, obwohl die Interaktion des Pflegenden mit seinem Kunden psychosozial häufig das wichtigste Ereignis im Alltag des älteren Menschen bedeutet.
Mit Hilfe psychometrischer Testverfahren soll in der vorliegenden Arbeit zum einen über eine Selbstbeschreibung der momentan empfundenen Lebenswelt vonseiten des Pflegebedürftigen im ambulanten Setting auf evtl. vorhandenen Leidensdruck geschlossen werden, der durch Wegfall des bisherigen sozialen Netzwerkes entstanden ist. Zum anderen soll dem ambulant Pflegenden mit Hilfe der in dieser Arbeit konstruierten Fragebogenbatterie ein sogenanntes Schnellscreening-Instrument auf "depressive Tendenz" als eine Art Gesprächsleitfaden mit dem Pflegebedürftigen zur Verfügung gestellt werden.