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Jane Urquhart

Die gläserne Karte

Roman

9,99 EUR inkl. MwSt.
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ISBN: 978-3-492-99122-3
Verlag: Piper ebooks
Format: E-Book Text (EPUB sofort downloaden
Downloads sind nur in Österreich möglich!)
352 Seiten, 2019

Kurztext / Annotation

Eine Liebe am Ontariosee und der Niedergang eines Holzimperiums verwegen sich zu einem Panorama kanadischer Geschichte: Der ergreifende Roman der preisgekrönten kanadische Bestsellerautorin Jane Urquhart

Der junge Landschaftskünstler Jerome verbringt einige Monate auf einer winzigen Insel im Ontariosee. Er will beobachten, wie sich die archaische Schnee- und Eiswelt Kanadas unter dem nahenden Frühling verändert. Doch sein Idyll wird jäh erschüttert, als er im Eis die Leiche eines Mannes findet. Ein Jahr später steht Sylvia, die Geliebte des toten Mannes, vor seiner Tür. Während er noch immer von dem Bild der Eisleiche verfolgt wird, trauert Sylvia um den einzigen Mann, den sie je geliebt hat. Bevor ihr die Vergangenheit unwiederbringlich entgleitet, will sie dem Fremden von Andrew und seiner Familie erzählen, die einst Holz den Sankt-Lorenz-Strom hinunterflößten und ein ganzes Imperium schufen.

"Ein großer Roman über Liebe und Verlust - zart, romantisch und überraschend." The Times

Jane Urquhart wurde 1949 in Geralton, Ontario, geboren, wuchs in Toronto auf und lebt heute wieder in einer Kleinstadt in Ontario. Sie gehört zu den erfolgreichsten kanadischen Schriftstellerinnen der Gegenwart.

Textauszug

Die Sumpfkommissare

Timber Island liegt an der Stelle, wo sich der Große Ontariosee zu verengen beginnt, damit er in den Sankt-Lorenz-Strom eintreten kann. Verstreute Inseln mit seltsamen Namen finden sich hier, Inseln, die wie Vorahnungen der berühmten Tausend Inseln flussabwärts erscheinen, wo es nicht länger fraglich ist, ob das Wasser, auf das man sieht, bereits zum Fluss gehört. Unter den Bewohnern von Timber Island jedoch, dem Imperium meines Ururgroßvaters, gab es vor hundertfünfzig Jahren große Diskussionen darüber, ob das Wasser ringsum Teil des Sees oder des Stroms war. Die wilde Brandung der Stürme spät im Herbst hätte den Streit beenden sollen, aber die Leute hatten trotz aller Beweise so fest gefügte Meinungen zu dieser Frage, dass sich zwei Lager formten, die Lakers und die Streamers . Selbst Sportmannschaften und Buchstabierwettbewerbe, heißt es, wurden entsprechend organisiert: die Laker nach links, die Streamer nach rechts. Die Streamer waren meist Franzosen: Kinder der coureurs du bois , der Floßmacher oder der Flößer selbst. Mein Vater glaubte, ihnen sei wohler dabei, sich vorzustellen, die Insel liege im Fluss, war der doch von so großer Bedeutung für ihr Leben. Und ihr Standpunkt ließ sich auch aus geologischer Sicht vertreten. Die Westseite der Insel besteht aus dem Kalkstein des Sees, die Ostseite aus dem Granit, der auch den Flusslauf begleitet. Man hätte sagen können, dass die Insel gleichzeitig Kind des Sees und des Stroms war. Ganz sicher nutzte die Industrie, die auf ihr erblühte, beides intensiv und hätte weder auf den See noch auf den Strom verzichten können.

Kurz bevor er nach Kanada auswanderte, um dort auf Timber Island sein Holzgeschäft aufzumachen, wurde mein ehrgeiziger Ururgroßvater Joseph Woodman, der über eine Ingenieursausbildung verfügte, von der Krone (zusammen mit fünf oder sechs weiteren Männern) in eine Kommission berufen, deren Aufgabe darin bestand, die Sümpfe und Moore Irlands zu erkunden und einen Bericht über sie zu verfassen. Die Kommissionsmitglieder wurden auf die verschiedenen irischen Countys verteilt, John Woodman kam für ein knappes halbes Jahr auf die Iveragh-Halbinsel im County Kerry.

Nach den Erzählungen meines Vaters regte es seinen Vorfahren ungeheuer auf, dass der einzige Handel, der in dieser nassen, sumpfigen Gegend betrieben wurde, darin bestand, Butter Dutzende von Kilometern zu Fuß über den Knockanaguish Mountain nach Cork zu transportieren. Er war entsetzt, dass es im ganzen Distrikt nicht eine einzige Straße gab, die einem einfachen Eselskarren festen Grund geboten hätte, und auch die Brücken waren primitivster Natur. So sah man immer wieder Leute, die Körbe mit Torf, Möbel, Säcke mit Kartoffeln oder Kohl und manchmal auch Särge auf dem Rücken schleppten. Angesichts der Größe dieser Landschaft, die so unterentwickelt war, dass es nur hier und da kleine Kartoffelfelder und nasse Wiesen für ein paar armselige Kühe gab, muss etwas in ihm rebelliert haben. Nicht zu vergessen sind natürlich die Sümpfe, in denen Männer mit langen, schmalen, selbst gemachten Spaten, die Joseph Woodman wie ein Ulk vorgekommen sein müssen, Torf für ihre Herde stachen. Er wollte, dass die Menschen in Kerry ihre Spaten zur Seite legten, ein paar gute englische Schaufeln in die Hand nahmen und anfingen, Moore und Sümpfe trockenzulegen, damit aus dem düsteren Nass Felder mit goldenem Korn würden. Andererseits fragte er sich, ob die Iren solch einer Aufgabe gewachsen waren. Ohne sich groß um das feuchte Klima und die raue Geographie zu kümmern, mit denen die Bauern des County immer hatten kämpfen müssen, schrieb er den Fortbestand der Sümpfe der Faulheit der irischen Männer zu. Ja, mein Ururgroßvater war für fast alles blind, was Land und Leute von County Kerry betraf, und doch ließ ihn die Landschaft für den Rest seiner Tage nicht mehr los. Als er mit seinem Bericht im Gepäck zurück nach England kam, hoffte er,

Beschreibung für Leser

Unterstützte Lesegerätegruppen: PC/MAC/eReader/Tablet

Herausgeber/Autor


Mitarbeiter

Übersetzt von: Werner Löcher-Lawrence