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Sonja Marchhart; Anita Palkovich

Der neue Kollektivvertrag für Angestellte im Handel

richtig eingestuft - richtig umgereiht

36,00 EUR inkl. MwSt.
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ISBN: 978-3-7041-0732-9
Verlag: dbv-Verlag (Österreich)
Format: Buch
160 Seiten; 24 cm x 17 cm, 2. Auflage, 2019

Hauptbeschreibung

Rund 40.000 Handelsbetriebe mit gesamt rund 400.000 Angestellten sind in Österreich in einem Kollektivvertrag vereint. Die Sozialpartner – GPA-djp – Wirtschaftsbereich Handel und WKÖ – Bundessparte Handel – haben sich auf ein neues Gehaltssystem im Kollektivvertrag für Angestellte im Handel und Lehrlinge geeinigt, um den aktuellen Bedürfnissen sowie künftigen Entwicklungen Rechnung zu tragen.

Seit dem 1.12.2017 können Handelsbetriebe den neuen Kollektivvertrag für ihre Angestellten und Lehrlinge anwenden. Spätestens ab 1.12.2021 gilt das neue Entgeltsystem dann verpflichtend für alle. Eine ausführliche Beschäftigung mit dem Thema ist notwendig, um alle Möglichkeiten in der Umsetzung zu nutzen und die betrieblichen Strukturen abzubilden.

Das neue Beschäftigungsgruppenschema bietet durch klare, auf die moderne Berufswelt zugeschnittene Tätigkeitsbeschreibungen Rechtsicherheit. Nur mehr eine Gehaltstabelle sowie einfache Umreihungs- und Vorrückungsregelungen bringen zudem eine deutliche Vereinfachung.

Die genaue Kenntnis der Übergangsregelungen hilft den geeigneten Zeitpunkt für den Wechsel zu finden. Neben dem rechnerischen Übergang in die neuen Beschäftigungsgruppen und damit verbundenen betriebswirtschaftlichen Überlegungen, könnten auch andere strategische Wechselwirkungen im Unternehmen von Belang sein.

Dieser neue Leitfaden – persönlich verfasst von den sozialpartnerschaftlichen Verhandlerinnen des neuen Kollektivvertrags – stellt alle Neuerungen und Änderungen strukturiert dar und erklärt diese anhand von Einstufungs- und Praxisbeispielen. Eine Wegbeschreibung, Rechenanleitungen und Checklisten erleichtern den „Umbau“ der Ansprüche aller Angestellten. Hintergrundwissen, Hinweise und Tipps der Autorinnen unterstützen die Einführung des neuen Gehaltssystems.

Die 2. Auflage enthält die aktuellen Werte für 2019 und erläutert ergänzend zur Erstauflage alle Änderungen, die im Kollektivvertrag mit 1.1.2019 im Zusammenhang mit dem neuen Gehaltssystem gemacht wurden, wie z.B. die Rückstufung, die Karenzzeitenanrechnung für dienstzeitabhängige Ansprüche oder die Bildungskarenz.

Einführung oder Vorwort

Mit dem neuen Gehaltssystem haben die GPA-djp, Wirtschaftsbereich Handel, und die WKÖ, Bundessparte Handel, einen wichtigen Schritt in Richtung Modernisierung und Weiterentwicklung des Kollektivvertrages für Angestellte und Lehrlinge im Handel gesetzt. Ein mehr als 45 Jahre lang gültiges Beschäftigungsgruppenschema wurde in einem intensiven, gemeinsamen Bearbeitungsprozess den aktuellen Bedürfnissen und den zukünftigen Entwicklungen im Handel angepasst.
Berufseinsteiger profitieren durch höhere Einstiegsgehälter. Die Perspektive rascherer Gehaltsentwicklungen wird mehr junge Mitarbeiter in den Handel locken. Ältere und erfahrene Mitarbeiter werden durch eine neue Methodik in der Anrechnung von Vordienstzeiten leichter eine Beschäftigung finden, da sie für Unternehmen leistbar sind. Damit unterstützt der neue Kollektivvertrag wichtige beschäftigungspolitische Ziele und stärkt die Positionierung des Handels als attraktiver Arbeitgeber.
Durch einen dreistufigen Qualitätssicherungsprozess wurde sowohl die Praktikabilität in der Umsetzung als auch die Ausgewogenheit in der finanziellen Auswirkung für die Unternehmen gesichert.
- In Zusammenarbeit mit dem IBW (Institut für Bildung der Wirtschaft) wurden die aktuellen Tätigkeiten im Handel erfasst und im Detail beschrieben.
- Die Firma Ximes führte im Auftrag der Sozialpartner umfangreiche Datenerhebungen durch. Diese waren Basis für die Modellrechnungen, die Vergleiche des Lebenseinkommens und die Berechnung kurz-, mittel- und langfristiger Kostenauswirkungen.
- Der Praxischeck wurde in mehr als 30 Unternehmen anhand von Echtdaten vorgenommen. Die Sozialpartner, die Geschäftsführung und der Betriebsrat haben in gemeinsamen Terminen die Einstufung der Mitarbeiter ins neue Beschäftigungsgruppenschema getestet sowie Umstiegsszenarien und Kostenentwicklungen errechnet.
Dieser aufwendige Prozess hat sich gelohnt. Das neue Entgeltsystem ist ein ausgewogenes Paket, das den arbeits- und betriebsorganisatorischen Entwicklungen Rechnung trägt. Die beschäftigungsintensive Handelsbranche ist somit zukunftsfit geworden.

Sonja Marchhart
Sozialpolitische Referentin, Wirtschaftskammer Österreich, Bundessparte Handel

Anita Palkovich
Wirtschaftsbereichssekretärin, Gewerkschaft der Privatangestellten, Druck, Journalismus, Papier

Wien, im Februar 2019

Inhaltsverzeichnis

Vorwort

Kapitel 1 Kollektivvertrag für Angestellte und Lehrlinge in Handelsbetrieben (Auszug)

Kapitel 2 Das Beschäftigungsgruppenschema

2.1 Aufbau des Schemas
2.2 Aufbau der Beschäftigungsgruppen
2.2.1 Fachlaufbahn
2.2.2 Führungslaufbahn
2.2.3 Die Bewertungskriterien
2.2.4 Die Referenzfunktionen
2.3 Abgrenzung und Einstufung
2.3.1 Allgemeines
2.3.2 Kleines Einstufungswörterbuch
2.3.3 Beispiele zur Abgrenzung und Einstufung im Zuge der Fachlaufbahn
2.3.4 Beispiele zur Abgrenzung und Einstufung in der Führungslaufbahn

Kapitel 3 Die Gehaltsordnung

3.1 Ausgangssituation
3.2 Grundlagen der neuen Gehaltsordnung
3.3 Vordienstzeitenanrechnung
3.3.1 Welche Zeiten werden bei der Einstufung berücksichtigt?
3.3.2 Wie viele Jahre werden maximal angerechnet?
3.3.3 Sonderanrechnung für Kassatätigkeit
3.4 Die Gehaltstabelle
3.4.1 Vorrückung
3.4.2 Umreihung - Die Grundregel
3.4.3 Umreihung für Angestellte mit Reformbetrag 1
3.4.4 Umreihung während des gleitenden Übergangs
3.4.5 Umreihung für Angestellte ohne Berufsausbildung nach einer vierjährigen facheinschlägigen Berufserfahrung
3.4.6 Rückreihung/Rückstufung im neuen Gehaltssystem
3.5 Formvorschriften für All-In Verträge - Umsetzung im Betrieb
3.5.1 Vertragsgestaltung
3.5.2 Vertragsgestaltung für Angestellte mit Provision
3.5.3 Die Deckungsrechnung in der Praxis

Kapitel 4 Die Übergangsbestimmungen

4.1 Information beschaffen
4.2 Analyse der Gehaltsstruktur
4.3 Einflussfaktoren identifizieren
4.3.1 Organisatorische bzw interne Einflussfaktoren
4.3.2 Betriebs- oder gesamtwirtschaftliche Einflussfaktoren
4.4 Umstiegsstichtag festlegen
4.5 Information an die Beschäftigten
4.6 Übermittlung des Umstiegsstichtages an die Sozialpartner
4.7 Einstufung in das neue Beschäftigungsgruppenschema und in die Gehaltstabelle
4.8 Anwenden der Übergangsbestimmungen
4.8.1 Der Reformbetrag 1 und 2
4.8.2 Karenzierte Dienstverhältnisse zum Umstiegsstichtag
4.8.3 Präsenz- oder Zivildienst zum Umstiegsstichtag
4.8.4 Teilzeitbeschäftigung und die Anwendung der Übergangsbestimmungen
4.8.5 Altersteilzeit im Übergangszeitraum
4.8.6 Der gleitende Übergang
4.8.7 Der individuelle Vorrückungsstichtag
4.8.8 Das Lehrverhältnis im Übergang
4.8.9 Angestellte ohne abgeschlossene Berufsausbildung
4.8.10 Sonderbestimmung für Angestellte in Saisonbetrieben
4.8.11 All-In Vereinbarungen
4.8.12 Benachteiligungsverbot und Verfalls- und Verjährungsbestimmungen
4.9 Umstiegsdienstzettel ausstellen
4.10 Information und Schulung im Betrieb

Kapitel 5 Blitzumstieg mit Rechenanleitung

5.1 Erfassen der aktuellen Einstufungen
5.2 Einstufung im neuen System festlegen
5.3 Übergangsbestimmungen anwenden
5.4 Umstiegsdienstzettel erstellen

Kapitel 6 Tipps und wichtige Hinweise

6.1 Drehscheibe Personalverrechnung
6.2 Teilzeitbeschäftigung heißt …
6.3 Das Zeiterfassungssystem als stiller Helfer
6.4 Einstufungen im "alten" Kollektivvertrag sind die Basis für den Übergang
6.5 Von oben nach unten geht es einfacher
6.6 Arbeiter ins Angestelltenverhältnis übernehmen
6.7 Wissen absichern - das Umstiegsprotokoll
6.8 Ein Betrieb wird übernommen - der Betriebsübergang und die Übergangs-bestimmungen

Kapitel 7 Information und Kommunikation im Betrieb

7.1 Informationspflichten beim Umstieg
7.2 Informationsempfehlung beim Umstieg

Kapitel 8 Sozialpartnerschaft im Betrieb

8.1 Der Startschuss
8.2 Die Betriebsvereinbarungen
8.2.1 bestehende Betriebsvereinbarungen
8.2.2 Betriebsvereinbarung zum Umstieg
8.3 Konflikte gemeinsam bewältigen

Kapitel 9 Förderung der Aus- und Weiterbildung

9.1 Lehrlingsausbildung im Handel
9.1.1 Entgeltbestimmungen für Lehrlinge
9.1.2 Rahmenbedingungen für Lehrlinge
9.2 Pflichtpraktikanten im Handel
9.2.1 Definition eines "echten" Ferialpraktikanten = Pflichtpraktikant
9.2.2 Rahmen- und Entgeltbestimmungen
9.3 Ferialarbeitnehmer
9.4 Trainees im Handel
9.4.1 Rahmen- und Entgeltbestimmungen
9.5 Förderung der berufsbegleitenden Bildung
9.5.1 Rahmenbedingungen zur Arbeitszeiteinteilung
9.5.2 Bekanntgabe des Bildungswunsches durch den Angestellten und Zustimmung des Arbeitgebers
9.6 Bildungskarenz

Kapitel 10 Formulare und Muster

10.1 Muster: Dienstzettel Gehaltssystem NEU
10.2 Muster: Dienstzettel Gehaltssystem NEU - All-In
10.3 Muster: Pflichtpraktikums-Vertrag
10.4 Muster: Umstiegsdienstzettel Gehaltssystem NEU
10.5 Muster: Umstiegsdienstzettel Gehaltssystem NEU - All-In
10.6 Muster: Betriebsvereinbarung zur Festlegung des Umstiegsstichtages
10.7 Muster: Mitteilung an die Angestellten über den Umstiegsstichtag
10.8 Checkliste Umstieg
10.9 Mustereingabe: betrieblicher Überleitungsbogen für alle Angestellten
10.10 Bewertungs- und Bearbeitungsbogen für den "richtigen" Umstiegszeitpunkt
10.11 Übersicht Beschäftigungsgruppenschema nach Bewertungskriterien
10.12 Begleitgruppe & Kontaktdaten der Sozialpartner

Anhang

Stichwortverzeichnis

Zusätzlich stehen Käufern die mit dem Downloadsymbol gekennzeichneten Kapitel 1 (Auszug aus dem Kollektivvertrag) und Kapitel 10 (Formulare und Muster) als Download unter www.dbv.at/downloads/ im Menüpunkt "Ergänzungen zu dbv-Werken" zur Verfügung.

Textauszug

Kapitel 2: Das Beschäftigungsgruppenschema

2.1 Aufbau des Schemas
Einzelhandel, Großhandel und der Kfz Handel sind vereint in einem Kollektivvertrag. 40.000 Betriebe wenden diesen an. Die überwiegende Mehrheit beschäftigt weniger als 10 Arbeitnehmerinnen. Jedoch beschäftigen knapp 200 Betriebe die Mehrheit der 400.000 Angestellten. Vor diesem Hintergrund verhandelten die Sozialpartner im Handel das neue Beschäftigungsgruppenschema.
Schnell war klar, es braucht etwas ganz Besonderes. Der Handel braucht ein modernes, zukunftsorientiertes Schema, das Arbeitgebern und Angestellten Rechtssicherheit, Transparenz und klare Strukturen bietet.
Die aktuellen und absehbaren arbeits- bzw betriebsorganisatorischen Entwicklungen sowie eine neue Bewertung von Qualifikationen spielten neben der Struktur der Branche die Hauptrollen bei der Erarbeitung des neuen Beschäftigungsgruppenschemas.
Um den Handel und die Vielfalt der Tätigkeiten strukturieren zu können, wurden sieben „Arbeitswelten“ definiert:

- Einkauf
- Verkauf & Vertrieb
- Marketing & Kommunikation
- kaufmännische & administrative Dienstleistungen
- Logistik
- Technischer Dienst
- Informationstechnologie

Diesen Arbeitswelten sind sogenannte Referenzfunktionen zugeordnet. Sie beschreiben ein Bündel an Tätigkeiten und Aufgaben, die für eine einzelne Arbeitswelt typisch, bedeutungsvoll und unverwechselbar sind.
Im nächsten Schritt wurden die Referenzfunktionen bewertet. Mittels Bewertungskriterien wurde eine summarische Bewertung (Gesamtbetrachtung) durchgeführt und die Referenzfunktionen in eine Struktur mit acht Gruppen gebracht. Aus den Bewertungskriterien entstand in weiterer Folge die Beschreibung der Beschäftigungsgruppen und damit die Beschreibung der Fachlaufbahn.

Für die Arbeitswelt „Verkauf & Vertrieb“ gibt es darüber hinaus noch ein Baukastensystem zur leichteren Abgrenzbarkeit der Gruppen und Einordnung von Mischtätigkeiten. Detailliert beschriebene Tätigkeiten gewährleisten Rechtssicherheit und Transparenz bei der Einstufung. Damit wurde das System der summarischen Bewertung mit einer teilanalytischen Vorgehensweise (Betrachtung einzelner Aufgaben, Tätigkeiten) kombiniert.
Durch eine Mindesteinstufung von Angestellten mit abgeschlossener Einzelhandels- bzw kaufmännischer administrativer Lehre haben die Sozialpartner ganz bewusst die Lehrausbildung aufgewertet. Mit der Einbeziehung von facheinschlägiger Ausbildung, wenn diese für die Tätigkeit von Bedeutung ist, wird die Lehrausbildung noch zusätzlich berücksichtigt und das Können von besonders qualifizierten Angestellten bei der Einstufung zu einem wertvollen Gut.
Auch Führung und Stellvertretung wurde mit einer eigens definierten Führungslaufbahn im neuen Schema abgebildet.
Damit stand das Rohschema und der Feinschliff, anhand von Praxischecks in Betrieben der unterschiedlichsten Bereiche des Handels, konnte beginnen.

Übersicht und weitere Details des neuen Beschäftigungsgruppenschemas:

- 8 Beschäftigungsgruppen mit klaren Beschreibungen
- mit 75 Referenzfunktionen wurden typische Tätigkeiten zur Beschreibung der jeweiligen Beschäftigungsgruppe entwickelt
- Bewertungskriterien gewährleisten Transparenz bei der Einstufung
- die Tätigkeit zählt, „überwiegend“ ist kein Einstufungsmerkmal
- Mindesteinstufung für Angestellte mit Einzelhandels- oder kaufmännischer Lehre in Beschäftigungsgruppe C
- Abbildung neuer Funktionen und Einstufungsmerkmale, zB Onlinehandel, Fremdsprachen, Lehrlingsausbildung, …
- klare Regelung für Führung und Stellvertretung
- Weiterbildung zahlt sich aus – Fachkarrieren werden gefördert

Kurztext / Annotation

Zielgruppe: Personalverrechner, Lohnbüros, Steuerberater, HR-Abteilungen, Rechtsanwälte, betroffene Unternehmen und deren Betriebsräte sowie Berater in arbeitsrechtlichen Fragen