JavaScript ist in Ihrem Browser deaktiviert.
Sie können manche Teile der Website daher leider nicht verwenden.
Titel wurde in den Warenkorb gelegt
titel
Titel wurde auf den Merkzettel übetragen
titel
schließen
drucken
Download  

Andreas Kufsteiner

Der Bergdoktor - Folge 1886

Hochzeitsglocken im Herbst

1,49 EUR inkl. MwSt.
E-Book, Download sofort möglich!
Auf den Merkzettel In den Warenkorb
ISBN: 978-3-7325-5224-5
Verlag: Bastei Lübbe AG
Format: E-Book Text (EPUB sofort downloaden
Downloads sind nur in Österreich möglich!)
64 Seiten, 2017

Kurztext / Annotation

language="ger">Haimo lügt! Seit Julia zurück in St. Christoph ist und Haimo wiedergesehen hat, spürt sie, dass er irgendetwas vor ihr zu verbergen versucht. Anfangs hat sie gedacht, dass es vielleicht inzwischen ein anderes Madel in seinem Leben gibt. Doch inzwischen ist sie sicher, dass er etwas anderes vor ihr verheimlicht!

Julia ist bereit, um die Liebe ihres Lebens zu kämpfen. Doch um Haimos Herz zurückzugewinnen, damit die Hochzeitsglocken noch im Herbst für sie beide läuten, muss sie erst einmal wissen, wer überhaupt ihr Feind ist ...

Textauszug

language="ger">
Auf dem Weg nach St. Christoph legte Julia eine kleine Pause ein.

Gemächlich schlenderte sie durch Innsbruck. Obwohl sie die Stadt von früheren Aufenthalten in Tirol gut kannte, entdeckte sie immer wieder etwas Neues - vielmehr war es dieses Mal etwas Altes.

Sie stieß in einer Nebenstraße auf ein etwas verstaubtes Antiquitätenlädchen von anno dazumal, in dem sie zwei kleine, runde Ölbilder aufstöberte, jedes nicht größer als eine Untertasse. Beide Bildchen zeigten die Zillertaler Bergwelt im Miniaturformat.

Julia war entzückt. Der Inhaber, ein gebeugter älterer Herr, verlangte herzlich wenig dafür.

"Wissen Sie, junge Dame, ich bin eh net mehr lange hier, nächste Woche fange ich mit dem Ausverkauf an. Es wird Zeit, dass ich endlich in den Ruhestand geh, heuer werd ich schon fünfundsiebzig. Ich schließe den Laden."

"Schade", meinte die junge Frau mit ehrlichem Bedauern. "Wieder eine kleine Kostbarkeit weniger in dieser Stadt."

"Schön haben Sie das gesagt. Aber viel verkauft hab ich in der letzten Zeit ohnehin net mehr", erhielt sie zur Antwort. "Die Leute bestellen ja alles im Internet. Nur wenige Menschen interessieren sich noch dafür, in einem alten Laden wie dem meinigen auf die Suche nach etwas Besonderem zu gehen. Dabei gibt's hier in jeder Ecke einen Gegenstand, der Geschichten erzählen könnte. Und was für welche! Nun ja, es hat mir Freude gemacht, über die Jahre hinweg allerlei Schätze anzubieten. Meine Stammkunden kamen regelmäßig zu mir, wir setzten uns zusammen und plauderten ein wenig. Dann schauten sie sich um und fanden immer etwas. Sie sind mir treu geblieben."

"Vielleicht schau ich noch mal vorbei", versprach Julia. "Wie lange dauert Ihr Ausverkauf?"

"Ein paar Wochen lass ich mir Zeit damit. Wenn Sie dann noch da sind, junge Dame ..."

"Bestimmt. Ich fahre ins Zillertal hinauf."

"Und wohin, wenn ich fragen darf?"

"Nach St. Christoph."

"Ein schöner Ort. Ich wünsche Ihnen eine gute Zeit dort droben und sehr viel Glück. Das kann man immer brauchen, denke ich."

Versehen mit diesen guten Wünschen und den sorgsam in Seidenpapier eingewickelten Bildchen verließ Julia das Geschäft.

Die Türglocke bimmelte ein wenig heiser, sie war ebenfalls in die Jahre gekommen, genauso wie der kleine Laden und sein kauziger Besitzer.

Bei Kaffee und Apfelstrudel in einem Café kramte Julia den Brief aus ihrer Tasche, den sie vor zwei Wochen von Hanna, einer ehemaligen Mitstudentin aus Kufstein, erhalten hatte:

"Liebe Julia!

Heute habe ich eine sehr große Bitte an dich. Du weißt ja, dass ich schon lange auf die Gelegenheit warte, ein paar Semester Literatur in Oxford zu studieren.

Jetzt habe ich die Zusage erhalten, dass ich mich einschreiben kann. Möglicherweise nehme ich sogar in England eine Stelle in einer Privatschule an. Mike ist derzeit auf der Suche nach einer Wohnung in Oxford, damit wir beide gemeinsam in die Zukunft starten können. Ich bin wirklich sehr verliebt in ihn!

Trotz all tollen Aussichten tut es mir leid, mich nun aus St. Christoph zu verabschieden. Für ein Jahr lang habe ich an der Grundschule Deutsch und Sport unterrichtet. Wie du ja weißt, hatte ich die Wahl zwischen meinem Heimatort Kufstein und St. Christoph. Weil du mir während unseres Studiums so viel vom Zillertal vorgeschwärmt hast, habe ich mich spontan für St. Christoph entschieden.

Nun hat es sich ergeben, dass erst im Spätherbst eine neue Deutschlehrerin ins Dorf kommen kann. Den Sportunterricht übernimmt derweil ein Kollege. Könntest du vielleicht einspringen und die zweite Klasse in Deutsch unterrichten?

Ich weiß ja, dass du derzeit nur Privatunterricht gibst und dass dir das nicht mehr gefällt. Natürlich hängst du an Graz, es ist nun mal die Stadt, in der du sechsundzwanzig Jahre deines Lebens

Beschreibung für Leser

Unterstützte Lesegerätegruppen: PC/MAC/eReader/Tablet