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Felix Biermann

Archäologische Studien zum Dorf der Ostsiedlungszeit

Die Wüstungen Miltendorf und Damsdorf in Brandenburg und das ländliche Siedlungswesen des 12. bis 15. Jahrhunderts in Ostmitteleuropa

71,50 EUR inkl. MwSt.
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ISBN: 978-3-910011-59-5
Reihe: Forschungen zur Archäologie im Land Brandenburg
Verlag: Brandenburgisches Landesamt für Denkmalpflege
Format: Buch
622 Seiten; Beilage Klappkarte A3; 30 cm x 22 cm, 1. Auflage, 2011
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Hauptbeschreibung

Zusammenfassung – Summary

Gegenstand dieser Studie ist der große Siedlungs- und Landesausbauprozess des 12. bis 14. Jhs. in Ostdeutschland und Ostmitteleuropa, der als deutsche Ostsiedlung bezeichnet wird. Dabei steht das ländliche Siedlungswesen im Mittelpunkt. Ausgehend von zwei Dorfwüstungen in Brandenburg, Miltendorf bei Reetz im Fläming und Damsdorf bei Ludwigsfelde auf dem Teltow, werden die Voraussetzungen, Bedingungen und Auswirkungen dieses epochalen Vorgangs untersucht. Die Studie stützt sich vorrangig auf archäologische Quellen und Untersuchungen, nutzt aber auch die Ergebnisse anderer Forschungszweige, vor allem der Geschichtswissenschaft. Die Analyse der Befunde und Funde aus den beiden Wüstungen, die zugleich die Bau- und Siedlungsstrukturen, die soziale und wirtschaftliche Organisation sowie die Sachkultur von zwei hoch- und spätmittelalterlichen Dörfern in Ostdeutschland vorlegt, wird durch naturwissenschaftliche Forschungen ergänzt (Anthropologie, Scherbendünnschliffe, Archäozoologie, paläomagnetische Datierung).
Die Untersuchung gibt einen Überblick zum Ablauf und den Resultaten der Ostsiedlung in den verschiedenen davon betroffenen Regionen Ostmitteleuropas, in denen sich fast immer einschneidende Veränderungen der Kulturlandschaft erkennen lassen – Verdichtungen und Erweiterungen der Siedlungslandschaft, neue Dorfformen, die Etablierung der Grundherrschaft, technische Innovationen, oftmals in Folge gelenkter und geplanter Landesausbaumaßnahmen. Neben den Zuwanderern war daran auch die jeweils einheimische Bevölkerung beteiligt; in manchen Regionen haben wir es lediglich mit einer Übernahme der neuen Siedlungs- und Wirtschaftsmuster, nicht mit einer Immigration zu tun.
Die Merkmale des Landesausbaus werden auf der Grundlage von mittlerweile durchaus zahlreichen archäologisch erforschten ostsiedlungszeitlichen Siedlungen in Ostdeutschland, Polen, Tschechien, der Slowakei, Ungarn und Österreich herausgearbeitet. Dies erfolgt durchweg vor dem Hintergrund einerseits der vorangehenden einheimischen Siedlungsstrukturen und andererseits vor jenem der möglichen Traditionen in den westmittel- und mitteleuropäischen Herkunftsgebieten der Siedler. Verstärktes Interesse gilt den Dorfformen der Ostsiedlungszeit und deren slawischen oder westlichen Traditionen, der Frage planvoller Gründungen oder evolutionärer Entwicklung, den Dorfbefestigungen, den Gehöftformen sowie den Haustypen, der nichtagrarischen Wirtschaft, den sozialen Verhältnissen, den Kirchen und Sitzen des ländlichen Adels.
Die Untersuchung ergibt, dass die Dörfer der Ostsiedlungszeit fast durchweg planvoll strukturiert und im Gebiet der Ostsiedlung immer wieder sehr ähnlich erscheinen, während die jeweiligen regionalen Traditionen des Siedlungswesens an Bedeutung verlieren. Für viele Hof- und Haustypen der Ostsiedlungszeit, Dorfformen und Dorfbefestigungen sowie Aspekte der Sachkultur lassen sich die Vorläufer im Westen erkennen. Der ostsiedlungszeitliche Landesausbau wird insgesamt als ein einschneidender Vorgang von enormer Auswirkung und Reichweite charakterisiert.

Summary
The subject of this study is the greater settlement and land consolidation process of the 12th–14th centuries in eastern Germany and eastern central Europe that are known as German east colonisation (Ostsiedlung). The research focuses thereby on rural settlement. Commencing with two deserted medieval villages in Brandenburg (Miltendorf, near Reetz in the region of Fläming and Damsdorf, near Ludwigsfelde in the region of Teltow) the prerequisites, circumstances and ramifications of this epochal exploit will be investigated. The study relies primarily on archaeological sources but also incorporates the results of other branches of research — notably historical science. Analysis of features and finds from both archaeological sites, that together represent the building and settlement structure, social and economic organisation, along with the material culture of two High and Late Medieval villages in eastern Germany, will be supplemented by research from the environmental sciences (anthropology, thin section analysis of ceramic, archaeozoology, archaeomagnetic dating).

The investigation presents an appraisal of the beginnings and consequences of the east colonisation in the affected regions of eastern central Europe, where incisive changes in cultural heritage are almost always recognisable – concentration and expansion of the settlement landscape, new village forms, the establishment of land ownership and technical innovations, often as a consequence of guided and planned regional development. Beside the colonists the indigenous population was also engaged; in some regions we are involved with merely the assimilation of the new settlement and economic practices and not with immigration.

Meanwhile, on the basis of numerous archaeological excavations of settlements belonging to the east colonisation period in eastern Germany, Poland, the Czech Republic, Slovakia, Hungary and Austria the characteristics of land consolidation have been elucidated. This is consistently set against a background of, on one hand, preceding indigenous settlement structures, and, on the other hand, the likely traditions of the settlers’ origins in the western central and central European regions. Greater interest is being shown in village forms of the east colonisation period and their Slavic or western traditions, questions of planned establishment or evolved settlement development, village fortifications, organisation of farmsteads as well as house types, non-agricultural economy, social environment, churches and seats of rural nobility.

The investigation reveals that villages of the east colonisation period are almost exclusively planned structures and, in the colonised region, time and again are very similar in appearance, whereas the respective regional settlement traditions lose in importance. For many types of farmstead and house of the east colonisation period, village form and fortification, together with aspects of material culture have their antecedents in the west. The period of east colonisation and land consolidation is characterised as an incisive act of enormous impact and scope.

Herausgeber/Autor


Mitarbeiter

Beiträge von: Norbert Benecke
Bettina Jungklaus
Kathleen Melzer
Josef Riederer
Elisabeth Schnepp