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Urvater der Sozialversicherungsgesetze

Hellmut Teschner

Hellmut Teschner
© Mike Ranz














HELLMUT TESCHNER
ist seit 60 Jahren MANZ-Autor und betreut das
Sozialversicherungsrecht – er kennt jeden Passus,
schließlich begleitet es ihn schon fast sein ganzes Leben.


Das Café Dommayer im 13. Bezirk ist an einem Dienstagnachmittag bis auf den letzten Platz besetzt. Hellmut Teschner steht vorne an der Budel und wartet. Cognacfarbene Cordhose, Weste, Krawatte und ein kariertes Sakko. Er ist bestens gelaunt, hat mit dem Ober schon alles abgemacht und wird zu einem sonnigen Tisch geführt. Hellmut Teschner ist Jahrgang 1925, doch man sieht ihm die Jahre kaum an. Es mag daran liegen, dass er noch jeden Tag arbeitet. Sozialversicherungsrecht ist seine Domäne. Seit 1950 kommentiert er für MANZ die Gesetze, die er vor 60 Jahren mitformuliert hat. Er kennt sämtliche Änderungen, alle neuen Passagen. Eben erscheint bei MANZ die 132. Ergänzungslieferung der Loseblatt-Ausgabe, auch die Sozialversicherungssammlung umfasst 32 Bände. Was sich im Laufe der Zeit Grundsätzliches verändert hat: „Die wenigsten Juristen können heute noch ein Gesetz auslegen und suchen deshalb nach Dienstvorschriften“, sagt Teschner. Diese Tendenz habe dazu geführt, dass im Gesetz extrem viele Einzelfälle enthalten sind. „Es ist kaum mehr lesbar“, sagt er lapidar und die Novellierungen halten ihn auf Trab.

Hellmut Teschner ist eine Frohnatur. Geboren und aufgewachsen in Hietzing, hat er seinen Bezirk immer nur für kurze Zeit verlassen. Das Gymnasium besuchte er in der Fichtnergasse, war ein mittelguter Schüler, ist aber froh, dass man ihm dort Latein und Griechisch beibrachte. „Das hilft mir immer noch bei den vielen englischen Wörtern, die in der deutschen Sprache aufgetaucht sind, ich kann mir ihre Bedeutung immer herleiten“, sagt er. Als Teschner 14 Jahre alt war, brach der Zweite Weltkrieg aus, nach der Matura 1943 musste er in den Krieg. Er, der einzige Sohn des Personalchefs eines Ölkonzerns und einer Sozialministeriums-Beamtin, diente an der Westfront in den Ardennen, geriet 1944 in amerikanische Kriegsgefangenschaft und kam 1946 wieder zurück nach Wien. Viel zu erzählen hat er über diese Zeit nicht, nur dass das Überleben in Wien damals sehr hart war, und „es weniger zu essen gab als in der Kriegsgefangenschaft“.

Teschner begann 1946 ein Jusstudium, „weil es beruflich am aussichtsreichsten war“, wie er sagt. Am meisten interessierte ihn Römisches Recht und nach drei Jahren promovierte er. Unmittelbar nach Abschluss des Studiums absolvierte er das Gerichtsjahr. Als ein Posten im Sozialministerium frei wurde, bewarb er sich und bekam die Stelle in jenem Haus, in dem vormals auch seine Mutter beschäftigt war. Ganze 40 Jahre lang fuhr Hellmut Teschner täglich von Hietzing ins Sozialministerium am Stubenring. Zuerst mit der Stadtbahn, dann wurde die U-Bahn gebaut. „Ich habe zwar 1943 den Führerschein gemacht, bin aber niemals selbst Auto gefahren“, erzählt er. Teschner begann in der Legistik-Abteilung, die er am Ende seiner beruflichen Karriere auch leitete. Die Kommentierung für MANZ „erfolgte natürlich nach Dienstschluss“, wie er betont.

Mit seiner Pensionierung im Jahre 1990 habe sich diese Arbeit nur zeitlich verschoben. Einen Pensionsschock habe er jedenfalls nie erlebt, eher mehr als weniger gearbeitet und noch heute sitzt er Tag für Tag am Schreibtisch. MANZ schickt ihm die Gesetzestexte per Mail („meine Lebensgefährtin Erika kennt sich mit Computern bestens aus“), er kommentiert sie und bringt sie persönlich zurück in den Verlag. An diesem Rhythmus soll sich, wenn es nach ihm geht, auch nichts ändern. „Früher haben wir im Ministerium immer mit den Kollegen getratscht und dabei sind auch Ideen entstanden, heute reden die Leute viel weniger miteinander, alles geht per E-Mail“, stellt er fest.

Seine Lebensgefährtin hat er übrigens im Sozialministerium kennengelernt. Er lebt mit ihr seit dem Tod seiner ersten Frau, mit der er einen Sohn hat, zusammen. Ihre Enkel sind auch seine.

Womit er abseits der Arbeit am Sozialversicherungsrecht seine Tage füllt: „Ich bin begeisterter Zeitungsleser: Papier, nicht digital“, sagt er, und winters wie sommers werden die Wochenenden im Ferienhaus in Pressbaum verbracht, „wegen der frischen Luft, heute mäht aber ein Roboter den Rasen“, erzählt er und spielt auf seine kleinen Gebrechen an. Wandern und Reisen hat Hellmut Teschner wegen seiner schlechten Hüften aufgegeben: „Aber mit Ausnahme von Australien und Neuseeland habe ich auf den vielen Kreuzfahrten praktisch sowieso schon die ganze Welt gesehen.“


Karin Pollack

 
ISBN:978-3-214-14160-8 - Das angegebene Buch wurde nicht gefunden.
  • Hellmut Teschner

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    MANZ Verlag Wien
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    296,00 EUR inkl. MwSt.
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