Lukas Stärker,
stellvertretender Kammeramtsdirektor
bei der Österreichischen Ärztekammer,
hat Juristisches aus allen Bereichen des
Gesundheitswesens zusammengetragen.
In seiner Freizeit läuft er auf Berge.
Lukas Stärker ist Frühaufsteher. In der Österreichischen Ärztekammer in der Wiener Weihburggasse ist noch nicht einmal der Empfang besetzt, da kümmert sich der stellvertretende Kammeramtsdirektor schon um seine Agenden. Seit 13 Jahren ist er als Jurist für alles, was im Gesundheitswesen mit gesetzlichen Grundlagen zu tun hat, im Einsatz. Er kümmert sich um Dienstverträge, um Arbeitsrechtliches, aber auch um unzählige andere Dinge, die mehr oder weniger im Einflussbereich der Medizin liegen. „Das Spannende an der Juristerei ist ja, dass es immer um den Menschen geht“, sagt Stärker und weil Gesetze im Gesundheitswesen überaus komplex sind, wollte er ein Nachschlagewerk für Laien schreiben. „Gesundheitsrecht von A bis Z“ ist der Titel seines neuen Buches, das aktuell bei MANZ erschienen ist. Dem Aufbau nach folgt es dem Stichwortprinzip und „soll für Juristen und NichtJuristen eine schnelle Informationsquelle sein“, erläutert der Autor und betont, dass Praxisnähe für ihn oberste Priorität hatte.
Dass er ausgerechnet im Gesundheitsrecht landete, ist mehr oder weniger Zufall. Der 1969 geborene Wiener, der im 18. Bezirk aufwuchs, interessierte sich schon seit seiner Schulzeit in der Krottenbachstraße für Gesetze. „Ich wollte mich auskennen, was zu beachten ist, als ich mir meine erste Vespa gekauft habe“, erinnert er sich. Die Entscheidung, Jus zu studieren, lag deshalb für ihn auch klar auf der Hand. „Ich habe nie an dieser Studienwahl gezweifelt“, sagt er. Besonders Arbeitsrecht und Zivilrecht hatten es ihm angetan. Er nutzte die Zeit beim Bundesheer und das Gerichtsjahr, um seine Dissertation über das 1995 erlassene, neue ArbeitnehmerInnenschutzgesetz bei Wolfgang Mazal zu schreiben.
Dann war Stärkers Plan eigentlich, Rechtsanwalt zu werden. Er begann als Konzipient, hatte aber bald schon Lust auf neue Herausforderungen. Als er erfuhr, dass man in der Österreichischen Ärztekammer einen Juristen suchte, griff er zu, denn „dort sollte es um viele arbeitsrechtliche Bestimmungen gehen, genau das lag mir am meisten“. Zudem interessierten ihn die rechtsdogmatischen und politischen Dimensionen seiner Tätigkeit. Dass sich besonders bei den Dienstzeiten in den Spitälern mittlerweile einiges zum Besseren entwickelt hat, freut ihn. In der letzten Zeit beschäftigte er sich intensiv mit der neuen ÄrzteGmbH, der elektronischen Gesundheitsakte ELGA und dem zukünftigen Ärztebedarf. Rechtliche Vorschläge bringt Stärker auch auf politischer Ebene beim Gesetzgeber ein.
Neben seiner Arbeit in der Kammer ist ihm Wissensvermittlung ein wichtiges Anliegen. „Ich habe Freude daran, Sachverhalte zu Papier zu bringen“, sagt er. Das Ergebnis: zehn Bücher und über hundert Fachartikel in juristischen Zeitschriften. Daneben lehrt Stärker aber auch an den Medizinischen Universitäten in Wien und Graz, an der Fachhochschule Wien und der DonauUniversität Krems. Arbeits- und Sozialrecht sowie Medizinrecht im Gesundheitswesen sind auch in diesem Bereich seine ausgewiesenen Spezialgebiete.
Lukas Stärker ist aber auch ein Familienmensch. Mit seiner Frau und seinen beiden Kindern Constanze (7) und Benedikt (5) lebt er im 18. Bezirk, dort, wo er selbst schon aufgewachsen ist. Besondere Freude bereiten allen Familienmitgliedern die gemeinsamen Fahrradtouren. Wenn Stärker allerdings so Sport betreibt, wie er es selbst will, dann läuft er auf Berge. Eben kommt er vom MontBlancMarathon aus Chamonix zurück, denn Bergmarathon ist seine Leidenschaft. Dafür trainiert er einmal die Woche: „Da laufe ich aber dann mindestens zwei bis drei Stunden bergauf und bergab durch den Wald.“ Beim Laufen, sagt Stärker, komme er zur Ruhe, könne er seine Gedanken ordnen und diese Art von Langzeitausdauersport bringe ihm den langen Atem, den er in seinem Berufsleben auch braucht.
Vielleicht ist es also der lange Atem, der Lukas Stärker schon frühmorgens so frisch und dynamisch macht – es könnte aber auch daran liegen, dass er gerade einen zweiwöchigen Familienurlaub am Bauernhof im Karwendelgebirge hinter sich hat und sich in den Bergen wunderbar erholt hat.
